Diverses Die Neustarts der Woche

In den Kinos laufen unter anderem die Filme "The Kids are all right", "Miral", "Still Walking" und "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1" an. impulse.de war für Sie im Kino und präsentiert die Trailer.

 

The Kids are all right

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Dieser mitreißende Film wartet mit einer nach wie vor ungewöhnlichen Grundkonstellation auf: Ein Lesbenpaar erzieht zwei Kinder. Das Schöne daran: Regisseurin Lisa Cholodenko und Drehbuch-Mitautor Stuart Blumberg nehmen diese Konstellation nicht als Sensation, sondern ganz selbstverständlich.

Beleuchtet wird dabei ein ernstes Thema: Ärztin Nic (Annette Bening) und Landschaftsgestalterin Jules (Julianne Moore) erziehen ihre Kinder, den 15-jährigen Laser (Josh Hutcherson) und die 18-jährige Joni (Mia Wasikowska). Alles ist perfekt. Plötzlich will Laser seinen biologischen Vater treffen. Dabei erweist sich der Restaurantbesitzer Paul als sehr sympathisch. Das sorgt für ein emotionales Chaos. Wie können alle Beteiligten ohne Blessuren aus dem Schlamassel finden?

„The Kids are all right“ erweist sich als gelungener Wohlfühlfilm. Untermalt von flotter Musik entwickelt sich eine vertrackte Geschichte voller Spannung – und die Schauspieler laufen zu Bestform auf.

Von Peter Claus, dpa

The Kids are all right
USA 2010
Länge: 106 Min.
Regie: Lisa Cholodenko
Darsteller: Julianne Moore, Annette Bening
Bewertung: 5 von 5 Punkten

Miral

Nahostkonflikt in den 80ern: Während die Auseinandersetzungen in der ersten Intifada gipfeln, wächst die junge Miral wohlbehütet in einem Internat für Waisenkinder auf. Die Palästinenserin und Gründerin der Schule, Hind (Hiam Abbass), will die Mädchen zu selbstbewussten und friedliebenden Frauen erziehen. Doch als die herangewachsene Miral (Freida Pinto) die schützenden Mauern der Schule verlässt, wird diese Erziehung auf eine harte Probe gestellt.

Mit „Miral“ hat der New Yorker Regisseur und Maler Julian Schnabel den halb autobiografischen Roman seiner Lebensgefährtin Rula Jebreal für die Leinwand inszeniert. Mit emotionaler Wucht entfaltet Schnabel die Konflikte, mit denen seine Protagonistinnen zu kämpfen haben. Er spielt mit Licht, Farben und Kontrasten und fängt Schlüsselszenen in betörend malerischen Bildern ein. „Miral“ ist ein ungewöhnliches Kunstwerk und ein flammendes Plädoyer für Menschlichkeit und Frieden.

Von Birgit Heidsieck, dpa

Miral
FRA/ISR/GBR 2010
Länge: 112 Min.
Regie: Julian Schnabel
Darsteller: Willem Dafoe, Hiam Abbass, Freida Pinto
Bewertung: 5 von 5 Punkten

Still Walking

Selten hat ein japanischer Film eine solch einhellige Begeisterung ausgelöst wie Hirokazu Koreedas wunderbar leises Familiendrama, in Cannes wurde er 2008 mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Sommer, ein Ort an der Küste und ein besonderer Tag im Leben der Familie Yokoyama. Wie jedes Jahr versammelt sich die Familie im Haus der Eltern. Es ist der Todestag von Junpei, der vor 15 Jahren einem Kind das Leben rettete und selbst im Meer ertrank. Nie kam der Vater, ein inzwischen pensionierter Arzt, über den Tod des geliebten Ältesten hinweg. Ständig lässt er seinen zweiten Sohn Ryota, einen arbeitslosen Kunstrestaurator, seine Verachtung spüren.

In makellos schöner Bildgestaltung, in sich ruhend, melancholisch, minimalistisch und voller Zuneigung für seine Figuren hat Hirokazu Koreeda ein ebenso stilsicheres wie wahrhaftiges Abbild von Familie gezeichnet. Authentischer kann das kaum sein.

Von Margot Ruhlender, dpa

Still Walking
JPN 2008
Länge: 114 Min.
Regie: Hirokazu Koreeda
Darsteller: Hiroshi Abe, Yui Natsukawa
Bewertung: 5 von 5 Punkten

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1

Das Kino gewährt, was Harry-Potter-Lesern nicht vergönnt war: einen kleinen Aufschub, bevor es aus ist mit dem Zauber. Regisseur David Yates verteilt J.K. Rowlings Bestseller-Finale auf zwei Filme – und krönt das siebte Abenteuer des Magiers mit dramaturgischer Finesse. Bevor es zum Showdown zwischen Harry und Erzfeind Lord Voldemort kommt, müssen Harry, Ron und Hermine Abschied nehmen – vom lustigen Internatsleben, dem Lieblingssport Quidditch und einer unerschöpflichen Quelle an Süßigkeiten. Dramatischer als die Frage, ob das Gute am Ende siegen wird, erleben die Zauberschüler in Teil eins das Ende der Kindheit. Schließlich gilt es, noch vor Lord Voldemort die eigenen Egoismen zu bezwingen.

Im Gegensatz zum zähen Romanfinale sind die Bilder, mit denen Yates auf den Zustand der Figuren verweist, atemberaubend. Auf spektakuläre Actionszenen folgt die Ödnis verschneiter Landschaften. Sie bieten nichts, was das Auge ablenkt – nicht von der Spannung, die Thriller-Qualität erreicht, und nicht von den bemerkenswerten Darstellern. Auch sie sind in dieser klassischen Coming-of-Age-Geschichte erwachsen geworden: ganz ohne Hokuspokus.

Von Katrin Kothes

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1
USA/GBR 2010
Länge: 146 Min.
Regie: David Yates
Darsteller: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson
Bewertung: 5 von 5 Punkten

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