Diverses „Die Pflege unserer Gesundheit ist eine Investition“

Viele Unternehmer sehen ihre Gesundheit als Problem, sagt der Mediziner Dr. Cay von Fournier. Er ist Facharzt und Geschäftsführer des auf mittelständische Unternehmen spezialisierten Beratungshauses SchmidtColleg.

impulse: Herr von Fournier, hohe Arbeitsbelastung, viel Stress und dazu schlechte Ernährungsgewohnheiten – was sind aus Ihrer Sicht die größten Probleme, mit denen Unternehmer ihre Gesundheit langfristig aufs Spiel setzen?

von Fournier: Ich denke die Arbeitsbelastung ist es gar nicht mal, denn sehr viele Unternehmer ziehen aus der gestalterischen Tätigkeit in ihrem Unternehmen Sinn und Zufriedenheit. Es sind ganz sicher Faktoren wie negativer Stress, schlechte und schnelle Ernährung aus scheinbarem Zeitmangel und Bewegungsmangel aus den gleichen Gründen. Hinzu kommen Rauchen, Alkohol und Medikamentenmissbrauch.

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impulse: Warum sprechen viele Unternehmer nur ungern über ihre Gesundheit?

von Fournier: Sicher weil hier sehr vieles im Argen liegt. Jede Woche komme ich mit unterschiedlichen Unternehmern zusammen, jeden Monat sicher mit 50 und für geschätzte 75 Prozent ist die eigene Gesundheit ein Problemfeld. Nicht etwa, weil alle schon krank sind, sondern weil jeder weiß, dass er oder sie sich viel zu wenig Zeit für den eigenen Körper nehmen. Dies ist ja auch ein bekanntes Problem in unserer Gesellschaft und bei Unternehmern ist dies eben durch den beruflichen Druck noch schlimmer.

impulse: Nur wer gesund ist, kann dauerhaft Leistung bringen. Sollten Unternehmer ihre Gesundheitsaktivitäten stärker als Investition verstehen?

von Fournier: Ja, genau so bringen Sie es auf den Punkt. Die Pflege unserer Gesundheit, gerade wenn wir sie noch haben, ist eine Investition. Wenn Menschen krank werden, dann sind es Kosten. Diese Kosten können schnell so groß werden, dass ein ganzes Unternehmen in die Schieflage kommt, wenn zum Beispiel zentrale Führungspersonen ausfallen. In großer Hoffnung, dass dies erkannt wird setzte ich mich daher als Arzt, Unternehmer und Seminarleiter für einen Bewusstseinswandel ein.

impulse: Wenn Firmenchefs meinen, zu wenig Zeit zu haben, um sich um einen Ausgleich zu kümmern, was antworten Sie?

von Fournier: Firmenchefs meinen generell zu wenig Zeit zu haben, was ja objektiv nicht stimmen kann, denn wir alle haben gleich viel Zeit. Es ist letztlich schlechte Unternehmensführung im Sinne von fehlender Strategie, ungenügender Organisation und falscher Führung. Die Chefs meinen viel zu viel selber machen zu müssen und sie nutzen oft nicht das Potential ihrer Mitarbeiter.

impulse: Was unternehmen Sie selbst, um trotz hoher Belastung gesundheitlich fit zu bleiben?

von Fournier: Auch ich habe hier eine Baustelle, dass sage ich ganz ehrlich. Umso besser kann ich meine Kunden verstehen. Mit der Ernähung klappt es schon ganz gut, auch helfen mir Meditationstechniken und eine wundervolle Familie den privaten Ausgleich gefunden zu haben. Mit der körperlichen Fitness hapert es aber auch bei mir, daher hat mich mein Freund Hubert Schwarz überredet mit ihm diesen September den Kilimandscharo zu besteigen. Ein klares und faszinierendes Ziel, was mir hilft konsequent zu sein. Die Vorbereitung läuft. Mit meiner aktuellen Fitness komme ich zurzeit da nicht hinauf, aber im September wird die Sache ganz anders aussehen – fragen sie mich dann am besten noch mal.

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