Diverses Die Teilnehmer der Endrunde

Das Ergebnis übertrifft alle Erwartungen: 1383 Mittelständler haben sich an der Aktion "Mutmacher der Nation" beteiligt - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. impulse stellt alle Endrunden-Teilnehmer gesammelt vor.

 

Barrierefrei in den Campingurlaub

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CAP bietet behinderten Menschen am Bodensee eine neue berufliche Chance

Am idyllischen Bodensee betreibt die CAP-Integrations-GmbH eine Freizeitanlage mit Campingplatz, Gastronomie und Pension. Der Clou: Der Campingplatz ist barrierefrei, auch für behinderte Menschen ohne Probleme zu nutzen. Eine absolute Ausnahme in Deutschland. Von 16 Mitarbeitern haben neun ein Handycap – und eine berufliche Zukunft. Darauf ist Geschäftsführer Fritz-Heinrich Bauer stolz. Denn der Start des ambitionierten Projekts war schwierig.

Die Idee entstand im „Verein für sozialpädagogisches Segeln e.V.“, der am Bodensee erlebnispädagogische Freizeiten für schwerbehinderte Menschen durchführt. Daraus entstand das Projekt CAP Chance-Arbeit-Perspektive. „Wir wollten eine neue Form von Arbeitsplätzen schaffen, abwechslungsreich, anspruchsvoll und zukunftsorientiert. Dazu fanden wir einen starken Partner in der Körperbehindertenförderung Neckar-Alb e.V. Gemeinsam konnten wir den Campingplatz kaufen und die CAP-Integrations-gGmbH gründen. Nach umfangreicher Renovierung eröffneten wir 2003. Seitdem steigen die Besucherzahlen jedes Jahr.“

Zudem wird niemand nach Hause geschickt, wenn die Sommersaison zu Ende ist. „Die Pension und die Gaststätte laufen das ganze Jahr über. Wir arbeiten mit Zeitkonten. In der Hauptreisezeit wird länger gearbeitet, im Winter kürzer bei durchgehendem Lohn, so dass kein Beschäftigter mehr in die Winterarbeitslosigkeit muss.“ Vielen Praktikanten eröffnete sich durch CAP eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt. Alle Mitarbeiter packen kräftig mit an. „Wir sind ein starkes Team“; freut sich der Geschäftsführer.

CAP-Integrations GmbH

Name: Fritz-Heinrich Bauer

Stadt: Friedrichshafen

Land: Baden-Württemberg

Mitarbeiter: 16

Gründungsjahr: 2003

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Individuelle Produkte statt billiger Massenware

DRONCO AG bietet Qualität ausschließlich „Made in Bayern“

Hermann Bröker hat „das große Abenteuer gewagt“, wie er selbst sagt. Der gebürtige Münsteraner verließ nicht nur seine westfälische Heimat in Richtung Bayern, er kaufte dort auch gleich ein ganzes Unternehmen: die DRONCO AG in Wunsiedel.

„Ich habe vorher als Unternehmensberater gearbeitet“, erzählt Bröker. Da das 1962 gegründete Unternehmen, das Schleifwerkzeuge herstellt, vor rund sieben Jahren vor dem Konkurs stand, wurde der jetzige Firmenvorstand als Sanierungsberater von der Hausbank hinzu gezogen. Er erkannte das hohe Potenzial des Unternehmens, aber auch seine Schwachstellen. Und er handelte, kaufte die Firma und konnte somit die drohende Pleite abwenden.

Die Umwandlung zur AG war gerade geschafft, da zogen 2001 erneut dunkle Wolken über dem idyllisch gelegenen Ort Wunsiedel auf: Die Hausbank geriet in eine finanzielle Schieflage. Zugesagte Finanzierungen konnten nicht mehr umgesetzt werden. Doch das Geld war notwendig, um die Automatisierung der Produktion und den eingeschlagenen Wachstumskurs voran zu treiben. Es waren gerade in Schweden, England und Frankreich Vertriebsgesellschaften gegründet worden.

Aber Hermann Bröker gab nicht auf und überzeugte schließlich andere Banken mit seinem Konzept: „Wie in der Automobilindustrie errichten wir Produktplattformen, auf denen unsere Produkte aufbauen. Zudem gehen wir individuell auf die Wünsche unserer Kunden aus dem Fachhandel ein.“ Nicht Massenware zum Schleuderpreis, sondern kleinere, nach individuellen Wünschen angefertigte Qualität brachte den Erfolg. „Wir wachsen zweistellig, erwarten auch in den nächsten fünf Jahren ebenfalls wieder eine Umsatzverdopplung“, fasst der DRONCO-Vorstand zusammen.

Eine Exportquote von mehr als 70 Prozent und mehrfache Auszeichnungen (TOP 100, Partner des Fachhandels, Goldener Mittelstands-Löwe) sprechen für sich.
Eines wird es aber nicht geben: ein Wegfall von Arbeitsplätze in Bayern zugunsten des nahen Nachbarn Tschechische Republik. „Das wäre am Anfang der einfachste Weg gewesen“, gibt Hermann Bröker unumwunden zu. Doch er entschied sich bewusst dagegen. „Im Low-Cost-Bereich können wir mit den Niedriglohnländern nicht mithalten. Unser Erfolg liegt in einer qualitativ hochwertigen Typenvielfalt. Und dazu braucht man in einem hohen Maß Produkt- und Prozessinnovationen, welche nur mit gut ausgebildeten Mitarbeitern realisiert werden können, und das bieten uns die heimischen Mitarbeiter.“

Die inzwischen 380 Mitarbeiter (vor der Übernahme 1998 waren es 220) und die Region um Bayreuth und Hof dankt es der DRONCO AG. Denn durch den teilweisen Wegfall der traditionellen Porzellan- und Textilindustrie in der unmittelbaren Nachbarschaft muss sich auch Wunsiedel dem Strukturwandel beugen.

DRONCO steht dagegen für Wachstum, und es wird ab März 2005 statt bisher an fünf Tagen, dann an sechs Tagen in drei Schichten gearbeitet. Mit Erfolg: „Wir sind wieder profitabel geworden“, betont Bröker, so manche schlaflose Nacht habe sich gelohnt.
„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“ ist die Devise, mit der Bröker seine Mitarbeiter und Partner motiviert.

DRONCO AG

Name: Hermann Bröker

Stadt: Wunsiedel

Land: Bayern

Mitarbeiter: 380

Gründungsjahr: 1962

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Doppelt hält besser

Genossenschaftsmodell rettete die WeiberWirtschaft vor dem Ruin durch Altlastensanierung

Ein altes Fabrikgebäude nahe am Alexanderplatz erwachte 1992 zu neuem Leben. Die WeiberWirtschaft zog ein. „Wir haben uns die Förderung von Existenzgründerinnen auf die Fahnen geschrieben. Bei uns arbeiten alle unter einem Dach“, erklärt die Geschäftsführerin Katja von der Bey. Gemeinsam wurde das Gebäude drei Jahre lang nach ökologischen Gesichtspunkten instand gesetzt und saniert. Dann kam die Katastrophe.

„Einige Jahre nach der Sanierung entdeckten wir durch Zufall, dass in den Decken kontaminierte Teerpappe eingebaut war“, erinnert sich Katja von der Bey. Die Luft in den Büros roch abstoßend, ein Weiterarbeiten war ausgeschlossen. „Alle Einbauten bis auf die tragende Konstruktion mussten wieder ausgebaut werden. Dazu fehlten unserer jungen Genossenschaft die Ressourcen.“ Zudem mussten die Mieterinnen vorübergehend ausziehen.

Doch die große Solidarität der Unterstützerinnen der WeiberWirtschaft half, die schwere Zeit zu überstehen. „Das finanzielle Problem lösten wir durch die Einwerbung neuer Genossenschaftsanteile. Binnen drei Monaten konnten wir 2.000 neue Anteile akquirieren“, freut sich von der Bey.

Inzwischen ist das Gründerinnenzentrum wie vor der zweiten Sanierung wieder zu 80 Prozent ausgelastet. „Bei uns ist jede Gründerin willkommen, egal, in welchem Bereich sie ihr Geld verdient.“ Und auch nach der Startphase bleiben viele Unternehmerinnen der WeiberWirtschaft treu.

WeiberWirtschaft e.G.

Name: Katja von der Bey

Stadt: Berlin

Land: Berlin

Mitarbeiter: 5

Gründungsjahr: 1989

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Wenn Promis ein Haus bauen …

CONCEPTA Haus: Mit ungewöhnlichen Aktionen gegen die Baukrise

Norbert Blüm, Moderatorin Barbara Schöneberger und Sängerin Jasmin Wagner packten kräftig mit an: Für die PRO7-Charity-Aktion „RED NOSE DAY“ bauten Prominente ein Haus. Ein Unternehmen aus dem Land Brandenburg unterstützte den Fernsehsender als Partner bei dieser karitativen Aktion: CONCEPTA Haus.

Spektakuläre Geschichten sind für das Brandenburger Unternehmen nichts Ungewöhnliches. Für die CONCEPTA -Haus-Handwerker war auch der Bau eines Traumhauses für einen guten Zweck wiederum eine enorme Herausforderung, gingen
sie doch bereits mit zwei Guinness-Weltrekorden in die Geschichte ein. 1998 bauten sie in nur fünf Stunden und 25 Minuten ein Haus bis zum Dachstuhl. „Zwei Jahre später brauchten unsere Männer nur vier Stunden und 45 Minuten“, sagt Geschäftsführer Heinz Rüsing stolz.

Und dabei es handelt sich nicht um Fertighäuser aus vorproduzierten Platten: bei CONCEPTA Haus wird traditionell „Stein auf Stein“ gebaut. Dennoch – so viel prominente Hilfe setzte ganz neue Maßstäbe: Zwischen laufenden Fernsehkameras, ehrgeizigen Prominenten galt es immer darauf zu achten, den Überblick nicht zu verlieren und die bewährten CONCEPTA -Qualitätsmaßstäbe genau einzuhalten.

„Das waren spannende Wochen“, blickt Firmengründer Heinz Rüsing stolz auf den Bauverlauf zurück. „Trotz der ungewohnten Situation für unsere Handwerker durch die laufenden Dreharbeiten klappte die Zusammenarbeit mit den Promis toll und unsere Männer waren immens ehrgeizig, zeigen zu können, was sie draufhaben.“

105 Mitarbeiter beschäftigt das 1992 gegründete Unternehmen aus der Stadt Brandenburg an der Havel heute. Die Krise in der Baubranche meisterte es durch innovative Energietechnik wie Erdwärme – solides Handwerk und hoch qualifizierte Mitarbeiter. „Und du musst allem Neuen und Ungewöhnlichem aufgeschlossen gegenüber stehen“, ist Heinz Rüsing überzeugt. „Und wenn Promis mit einer mittelständischen Firma ein Haus bauen, ist das allemal ungewöhnlich und motiviert nicht nur die eigenen Mitarbeiter, sondern sorgt auch für positive Stimmung in der Branche“, freut sich der Unternehmer.

CONCEPTA Haus

Name: Heinz Rüsing

Stadt: Brandenburg/Havel

Land: Brandenburg

Mitarbeiter: 105

Gründungsjahr: 1992

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Kellogg Manufacturing steht zum Standort Bremen

Deutsches Werk setzte sich gegen Schwesterwerke in Großbritannien und Spanien durch

„Rund neun Jahre mussten wir uns von unserem Mutterkonzern immer wieder anhören: Die Bremer Produktion ist gefährdet. Doch wir haben durch Kostenmanagment und Flexibilisierung den Standort gesichert.“ Rainer Frerich-Sagurna, Geschäftsführer der Kellogg Manufacturing, und sein 470-köpfiges Team können jetzt beruhigt ihre Frühstückscerealien produzieren – eine Schließung ist nicht mehr im Gespräch.

Wirtschaftlich schwierige Zeiten machen auch vor einem Weltkonzern wie Kellogg nicht Halt. Das spürten die Mitarbeiter am Produktionsstandort Bremen, der ein eigenständiges Unternehmen im Konzern ist. „Als die Nachfrage sank, wurde offen über das hohe Lohnniveau in der Bundesrepublik diskutiert. Spanien mit seinen niedrigeren Lohnnebenkosten wurde immer wieder genannt“, erklärt Frerich-Sagurna. Die Debatte stachelte den Ehrgeiz seiner Mitarbeiter an: „Das wäre doch gelacht, wenn wir uns nicht behaupten könnten.“

Management, Belegschaft, Gewerkschaften und Betriebsrat setzten sich an einen Tisch, es wurde mit offenen Karten gespielt. „Alle Beteiligten einigten sich unter anderem auf ein Modell mit Jahresarbeitszeitkonten und auf 7 Tage mal 24 Stunden Fertigung für bestimmte Produktlinien. Zudem konnten wir den Materialeinsatz verringern.“ Insgesamt wurde dadurch auch die Produktion flexibler der Nachfrage angepasst.

Heute bedient das Werk in Bremen 50 Märkte in Europa, Afrika und Asien. „Nach zehn Jahren sind endlich auch wieder Neueinstellungen möglich“, freut sich der Geschäftsführer.

Kellogg Manufacturing GmbH

Name: Rainer Frerich-Sagurna

Stadt: Bremen

Land: Bremen

Mitarbeiter: 470

Gründungsjahr: neu organisiert in 2005

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Der Junior setzt sich durch

Sven Höppner verhilft der Werner Wirth GmbH zu Wachstum

Von Inhaber zu Inhaber, von Generation zu Generation: Die Firma Werner Wirth wurde 1965 von selbigem in Hamburg als Handelsvertretung für Metall und Elektroteile gegründet. 1976 stieg Wolfgang Höppner ins Unternehmen ein, wurde 1984 zum alleinigen Inhaber. Parallel wurde eine Fertigung für industrielle Kabelkonfektion aufgebaut. Junior Sven Höppner kam 1996 als Verkaufsleiter hinzu, übernahm 2000 die Geschäftsleitung und begann, die Unternehmensstruktur zu modernisieren. Allerdings: Seine Ideen stießen anfangs nicht bei allen 20 Mitarbeitern auf offene Ohren.

„Es war schwer, sich als Junior durchzusetzen“, denkt Höppner zurück. „Die Geschäfte waren maßgeblich von meinem Vater abhängig und schwer auszubauen. Zusätzlich ergab sich durch den Wettbewerb eine Situation, in der wir viele Kunden verloren.“

Doch der heute 35-Jährige bewies Improvisationstalent und unternehmerischen Biss. In vielen persönlichen Gesprächen und mit Verstärkung des Vertriebes gewann er Kunden zurück. Sein Motto: Bei Problemen unterstützt der Chef die Mitarbeiter auch selbst vor Ort, so verbrachte er letztes Jahr fast zwei Monate in Ungarn, um einen großen Auftrag über Niederdruckspritzgusstechnik nach technischen Problemen zum Laufen zu bringen. Das Ergebnis: Der japanische Großkonzern SANYO produziert weiterhin mit Werner Wirth-Maschinen.

Auch die Umstrukturierungen der Geschäftsfelder in einzelne Profitcenter zahlte sich aus. Höppner erklärt: „Die Geschäftsbereiche der Werner Wirth GmbH waren zu klein, um einzeln tragfähig zu sein. Ich konnte die Produktion mit der Zeit zum Systemlieferanten ausbauen, so dass dieser Teil im Jahr 2000 ausgegliedert werden konnte. Gleichzeitig erfolgte die Gründung des neuen Geschäftsfeldes Niederdruckspritzgusstechnik. Dieses brachte 2004 über 2 Millionen Euro des Gesamt-Jahresumsatzes von 5,5 Millionen.“

Heute steht fest: Der Junior hat den richtigen Riecher gehabt und dem Betrieb zu konsequentem Wachstum verholfen.

Werner Wirth GmbH

Name: Sven Höppner

Stadt: Hamburg

Land: Hamburg

Mitarbeiter: 20

Gründungsjahr: 1962

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Von der Imbissbude zum Bio-Spitzenkoch

Bio-Catering Marbachshöhe kocht Bio-Mittagessen für Schulen und Kindergärten

„Ja, den guten alten Imbiss-Wagen gibt es noch. Er hat seinen festen Standplatz und bewirtet täglich rund 150 Gäste.“ Bescheiden waren die Anfänge von Bio-Catering Marbachshöhe aus Kassel, wie Gründer Dr. Harald Hoppe sich erinnert. „Vor vier Jahren hatten wir tatsächlich nur diese Bude mit einem kleinen Zweiplattenkocher.“
Mittlerweile liefert seine Bio-Küche täglich bis zu 1500 gesunde Mittagessen an Schulen und Kindergärten, allesamt zu 100 Prozent aus ökologischen Zutaten.

Altersdiabetes schon bei Fünfjährigen, eine explodierende Allergienrate und eine alarmierende Zahl übergewichtiger Kinder – „das kann so nicht weiter gehen“, beschloss der promovierte Agraringenieur Dr. Harald Hoppe vor fünf Jahren und startete sein Ernährungskonzept 100 Prozent Bio für Kindergärten und Schulen.

Frisches Bio-Gemüse, soweit wie möglich von den Bio-Bauern der Region, ausgefeilte Rezepte und feine Details wie handgeerntetes Bio-Meersalz bereiteten dem Bio-Gourmet Freude am Kochen und eine schnell wachsende Kundschaft am Imbisswagen. Dieser war sozusagen ein Test, um die Akzeptanz bei Kunden auszuloten. „Wir konnten die Leute vor Ort von der hohen Qualität überzeugen – und mit dem günstigen Preis überraschen“.

Direkter, saisonaler Einkauf und eine clevere Logistik machen das gesunde Essen nur 20 Prozent teurer als konventionelle Kost – ein entscheidender Faktor, gerade auch für Eltern. Schon bald konnte Dr. Hoppe die ersten Kindergärten und Schulen mit seinem Bio-Essen beliefern. „Im Kindesalter werden die Weichen gestellt für die lebenslange Ernährungsweise und Gesundheit“ weiß Dr. Hoppe, der immer noch selbst leidenschaftlich gerne am Herd steht.

Mi
ttlerweile ist er vom Bundesverbraucherministerium zum Bio-Spitzenkoch ernannt und überzeugt bei bundesweiten Kochaktionen Kinder und Jugendliche von gesunder Ernährung. Dr. Hoppes Bio-Catering ist inzwischen Deutschlands größter Lieferant für 100-Prozent-Bio-Mittagessen für Schulen und Kindergärten. Mit einem neuen Partner bietet er seine gesunden Kinderteller jetzt sogar in Frankfurt an.

Bio-Catering Marbachshöhe

Name: Dr. Harald Hoppe

Stadt: Kassel

Land: Hessen

Mitarbeiter: 32

Gründungsjahr: 2002

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Die Kräutergärtner

Olaf Schnelle und Ralf Hiener vertreiben Wildkräuter und essbare Blüten

Was in den Beeten der meisten Hobbygärtner nichts zu suchen hat, gedeiht bei Ralf Hiener und Olaf Schnelle aufs Beste: (Un-)Kraut. Die Geschäftsführer der Essbare Landschaften GmbH kultivieren und vertreiben über hundert verschiedene Pflanzen, Wildkräuter und essbare Blüten.

Ihre Geschäftsidee ist einzigartig in Deutschland und kommt an bei den Küchenchefs. Fünf Jahre nach der Firmengründung beliefern der Koch und der Gärtner gut 500 Restaurants mit pflückfrischem Spitzwegerich, Speise-Chrysanthemen, Brennnesseln und was das Kräuter-Herz sonst noch begehrt.

„Eigentlich wollte ich ja ein Pflanzenklärwerk in Mecklenburg-Vorpommern aufbauen“, erinnert sich Gartenbauingenieur Schnelle. „Aber daraus ist nichts geworden. Das Geschäft lief so schlecht, dass ich anfing, Wildkräuter zu sammeln und sie Edelrestaurants anzubieten.“

Sein heutiger Geschäftspartner Ralf Hiener, damals Koch in einem Spitzenrestaurant der Region, biss an – und mit ihm einige andere Wirte, die das exklusive Angebot näher unter die Lupe nehmen wollten. „Auf einmal merkte ich, dass es einen Markt für diese längst vergessenen Kräuter gab“, erzählt Schnelle. Eine neue Geschäftsidee war geboren.

Allzu einfach war der Start trotzdem nicht. „Uns fehlte vor allem die notwendige Fachliteratur, um Wildkräuter kultivieren zu können“, erzählt Olaf Schnelle. Als Gärtner hatte er zwar gelernt, Unkraut wirkungsvoll zu vernichten. Es in geregelten Bahnen sprießen zu lassen, war ihm bis dahin aber mehr als fremd. „Wir haben einfach viel ausprobiert und beinahe täglich Neues über die wilden Kräuter gelernt“, so Schnelle.

Inzwischen kennen er und sein Geschäftspartner sich bestens aus, betreiben auf dem Gut Boltenhagen einen 2,5 ha großen Kräutergarten und verkaufen im angeschlossenen Shop vom Apfelgelee mit Malvenblüten bis zum Chinesischen Senf so ziemlich alles, was Bio-Gaumen mundet. Beide Partner ergänzen sich perfekt: „Ohne den Gärtner gäbe es das ausgefallene Sortiment nicht und ohne den Koch niemanden, der die komplizierte, weil unbekannte Materie, den Kunden vermitteln könnte.“

Zwölf Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Saat gedeiht, die landwirtschaftlichen Maschinen gewartet werden und der Vertrieb der Produkte glatt läuft. „Heute bin ich glücklich, dass ich in den turbulenten Anfangsjahren beharrlich an neuen Ideen gearbeitet habe“, sagt Olaf Schnelle. Mit seinem Partner und dem eingespielten Team hat er die Essbare Landschaften GmbH auf Erfolgskurs gebracht. „Wir bieten bundesweit botanische Fachseminare an und haben schon zwei Kochbücher geschrieben“, erklärt er. „Damit haben wir zusätzliche Standbeine geschaffen, die uns zuversichtlich in die Zukunft blicken lassen.“

Essbare Landschaften GmbH

Name: Ralf Hiener und Olaf Schnelle

Stadt: Süderholz

Land: Mecklenburg-Vorpommern

Mitarbeiter: 14

Gründungsjahr: 2000

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Mit Widerständen gegen Widerstände

Angelika Reichelt hat die Logistik ihres Elektronikhandels revolutioniert

Von elektronischen Bauteilen wie Spulen und Widerständen, ja von Elektronik im Allgemeinen, hatte Angelika Reichelt keine Ahnung. Bis sie ihrem Mann, von dem sie sich 1989 trennte, seinen Elektronik-Versandhandel abkaufte, war sie dort nur als Buchhalterin tätig gewesen. Die Zukunft war alles andere als sicher.

„Wir verkaufen alles, vom kleinsten Widerstand bis zum fertigen PC“, erklärt die Besitzerin und Geschäftsführerin von Reichelt Elektronik heute gelassen. Der Erfolg hat ihr längst Recht gegeben, denn das Geschäft läuft ausnehmend gut. 20 Mitarbeiter und einige Schulden hatte sie, als sie den Betrieb übernahm – heute sind 220 Leute unter ihr angestellt und der Versand fährt satte Gewinne ein.

„Keine Ahnung von Technik und Logistik“ habe sie damals gehabt, sagt sie. Trotzdem brachte sie die Firma gerade mit Reformen in der logistischen Abwicklung auf Vordermann. Im neu gebauten Firmengebäude ist zum Beispiel nun ein Förderband installiert, dessen Software bei Reichelt Elektronik selbst geschrieben wurde.

Da erlaubt es sich Angelika Reichelt auch einmal, sich selbst auf die Schulter zu klopfen: Mit „mutigen, unkonventionellen Ideen und Entscheidungen“ habe sie die Firma damals auf den neuen Kurs gebracht. Es ist der Service, durch den Angelika Reichelt ihren Elektronikhandel von der Konkurrenz abhebt: zu diesem Konzept gehört der 24 Stunden-Inouse-Durchlauf, der garantiert, dass ein bestelltes Produkt innerhalb eines Tages versandt wird, ebenso wie die First-Class-Reklamationsabwicklung.

Wie die Firmeninhaberin es geschafft hat, genug Mut für ihren riskanten Schritt in die Selbstständigkeit zu finden, erklärt sich vielleicht aus ihrem Motto: „Stoße die Tür auf, vor der du dich am meisten fürchtest“, sagt sie. „Das Ende deiner Angst ist sicher.“

Reichelt Elektronik

Name: Angelika Reichelt

Stadt: Sande

Land: Niedersachsen

Mitarbeiter: 220

Gründungsjahr: 1990

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Diese Frau steigt anderen aufs Dach

Eva Risse gab ihren Beruf als medizinisch-technische Assistentin auf und übernahm den elterlichen Handwerksbetrieb

Dächer spielten in Eva Risses Leben schon immer eine große Rolle. Nachdem die Eltern ihren 1963 gegründeten Betrieb 1996 an den Bruder übergaben und dieser nur zwei Jahre später vor der Insolvenz stand, verabschiedete sich Eva Risse von ihrem Beruf als Medizinisch-technische Assistentin.

Ein rasanter Aufstieg folgte: Die heute 33-Jährige wurde Dachdeckermeisterin und Betriebswirtin des Handwerks. Zusätzlich zum Neuaufbau der Firma am alten Standort siedelte sie in einem modernen Gewerbe- und Industriegebiet an. „Wir sind zwar noch nicht ganz fertig, machen aber große Fortschritte“, berichtet die Warsteinerin.

Ohne ihren unermüdlichen Einsatz würden die Eltern ihrem Lebensabend heute wohl weniger beruhigt entgegen blicken. „Man muss eben positiv denken, einen gesunden Ehrgeiz besitzen und gegenüber Kunden und Banken stets selbstbewusst auftreten“, erklärt Eva Risse.

Als Frau im Dachdeckerhandwerk muss sie sich beinahe täglich beweisen: „Gerade hier im ländlichen Raum muss ich mein Wissen immer wieder neu unter Beweis stellen. Aber dabei lerne ich ja nur dazu, und die meisten früheren Kunden meiner Eltern haben ihr Vertrauen in unseren Betrieb zurückgewonnen.“

Eva Risse Dachdeckermeisterin

Name: Eva Risse

Stadt: Warstein

Land: Nordrhein-Westfalen

Mitarbeiter: 9

Gründungsjahr: 2004

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Wer Pasta mag, wird Pfalznudel lieben

Kleiner Geflügelhof entwickelt sich zum Weltmarktführer für besondere Nudel-Designs

Wie schmecken eigentlich Handys, Fahrräder oder der Kölner Dom? Ganz klar: nach feinster Pasta aus der Pfalz. Dort kreieren Gerlinde Thelen und ihre neun Mitarbeiter seit 1986 ausgefallene
Nudel-Designs. Ob Firmenlogo oder Schriftzug in der Hausfarbe, Brillen in sattem rot oder leckere Gabelstapler in grün, blau oder schwarz: Bei der Gutting Pfalznudel GmbH in Großfischlingen wird aus Teig geformt, was das Pasta-Herz begehrt. Da läuft sogar Kunden in China das Wasser im Munde zusammen. Allerdings: Der Weg des kleinen Familienunternehmens zum Teigwaren-Spezialisten mit internationaler Klientel war steinig.

„Anfangs waren wir ja nur ein Geflügelhof mit kleiner Nudelproduktion von vielleicht 20 Kilogramm pro Stunde“, erinnert sich Gerlinde Thelen. „Wir haben ganz normale Nudeln hergestellt und bald gemerkt, dass wir trotz bester Qualität gegen die großen Mitbewerber nicht bestehen können.“ Also musste 1989 neben modernsten Teigwarenmaschinen mit einer Stundenleistung von 1 Tonne etwas ganz Neues her; etwas, das bislang noch keiner gegessen hatte: Heinz Thelen erfand die Nudeln in Traubenform.

„Das war unsere erste Kreation mit damals noch zwei Jahren Entwicklungszeit“, sagt Corinna Schreieck, Tochter der Chefin und zuständig fürs Marketing. Ausgerechnet in dieser Umbruchphase mussten Kredite zurückgezahlt werden. Zusätzlich forderte das Land Fördergelder in Höhe von 100.000 Mark plus Zins und Zinseszins zurück. „Ohne Stundungsmöglichkeit, wohl gemerkt“, wie Gerlinde Thelen betont.

Bis Mitte der 90er Jahre kostete dies manche schlaflose Nacht, ehe klar wurde, dass die Idee mit den außergewöhnlichen Nudel-Designs und dem notwendigen Know-How in Design und Produktion der Schlüssel zum Erfolg sein würden. „Auch unser Vertriebskonzept haben wir umstrukturiert“, erzählt die Marketing-Fachfrau.

Gutting Pfalznudel arbeitet nicht mehr mit klassischen Vertretern im Außendienst, sondern setzt beispielsweise auf den Werbemittelmarkt, der dem Unternehmen immer wieder neue Kunden beschert. „Es ist noch nicht lange her, da haben wir Nudeln in Omnibusform entworfen. Die waren noch nicht produziert, da waren sie schon verkauft“, berichtet Corinna Schreieck stolz.

Nur noch drei Wochen benötigen die Nudel-Designer heute, um Kundenwünsche umzusetzen. Notenschlüssel und Herzen sind schon nichts Besonderes mehr bei mehr als 150 Nudel-Formen im „Standardsortiment“.

Wie die kleinen Kohlehydratlieferanten entstehen, kann man bei einer Betriebsbesichtigung miterleben und die leckere Pasta gleich noch im angeschlossenen Restaurant „Nudelholz“ verschlingen. Schon wieder tüfteln die Pfälzer an neuen Kreationen. Was es diesmal wird, verrät die Firmenchefin nicht. Fest steht nur, dass im angeschlossenen Nudel-Shop bald wieder neue Tüten im Regal stehen werden.

Gutting Pfalznudel GmbH

Name: Gerlinde Thelen

Stadt: Großfischlingen

Land: Rheinland-Pfalz

Mitarbeiter: 9

Gründungsjahr: 1986

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Nische statt Masse

Über Nacht wurde Martin Haiss Unternehmer – und kam schwer ins Grübeln

Nach dem Tod seines Großvaters war Martin Haiss plötzlich Chef eines traditionsreichen Röhrengroßhandels. Das fand er schwierig: „Durch die rückläufigen Kohlesubventionen werden bei unserem Hauptkunden, dem Bergbau, kaum mehr Leitungen gebaut.“ Der frisch gebackene Chef des seit 1992 bestehenden Großhandelsunternehmens Otto Zickwolff in Saarbrücken setzt deshalb auf eine Verbreiterung der Kundenbasis.

Vor drei Jahren ist das Großhandelsunternehmen deshalb in die Belieferung von Handwerksbetrieben eingestiegen. Neu im Sortiment ist seither Haustechnik und Edelstahl. „Sechs zusätzliche Arbeitsplätze sind so entstanden“, erklärt der Unternehmer. Neu ist auch die Belieferung von Baumärkten mit Edelstahlkaminen. „Das ist ein Produkt mit hohem Beratungsbedarf. Deshalb haben wir eine ständige Hotline eingerichtet“, so Haiss. „In Deutschland sind die Auflagen zum Umweltschutz sehr streng. Ausländische Hersteller haben darüber nicht die erforderlichen Kenntnisse.“ Durch dieses neue Angebot konnte sich das Unternehmen dem zunehmenden Preisdruck entziehen.

Aber auch Martin Haiss musste sich erst einmal im Unternehmen zurecht finden. „Nach dem Tod des Großvaters haben wir fünf Jahre in Folge Verluste geschrieben.“ Der gelernte Wirtschaftsinformatiker trug plötzlich Verantwortung für über 40 Mitarbeiter. Mit individuellen Speziallösungen und neu gewonnen Kunden gelang aber die Trendwende. Das seit über 80 Jahren bestehende Unternehmen blickt wieder optimistisch in die Zukunft.

Otto Zickwolff GmbH

Name: Martin Haiss

Stadt: Saarbrücken

Land: Saarland

Mitarbeiter: 43

Gründungsjahr: 1922

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Nur zwei Wochen Bedenkzeit

Verwalter forderte schnelle Entscheidung -Claudia Scheffler übernahm insolvente Fleischerei

Viel Zeit zum Überlegen hatte Claudia Scheffler vor vier Jahren nicht. „Die Fleischerei meiner Eltern ging in Insolvenz. Der Insolvenzverwalter wollte eine schnelle Entscheidung. Innerhalb von 14 Tagen musste ich Ja oder Nein sagen.“

Auf der Metzgerin aus Grießbach in Sachsen lastete ein enormer Druck: „19 Arbeitsplätze, drei Läden und eine eigene Produktionsstätte standen auf dem Spiel. Außerdem war ich im Erziehungsurlaub und musste nebenbei meine beiden kleinen Jungs versorgen.“ Dennoch überlegte Claudia Scheffler nicht lange – sie übernahm den Betrieb.

Damit waren die Jobs zwar gerettet, die Probleme hörten aber nicht auf. „Von der Handwerkskammer bekam ich die Auflage, schnellst möglich die Meisterprüfung abzulegen. Ohne die hätte ich die Firma nicht übernehmen dürfen.“ Zwischen August 2001 und Februar 2002 war Pauken angesagt – mit Erfolg. „Dann stand schon das nächste Problem vor der Tür. Wir wollten die Geschäftsräume aus der Insolvenzmasse kaufen, denn die Miete wurde einfach zu teuer.“

Doch die Unternehmerin erfuhr, dass sie die kompletten Immobilien kaufen müsse. „Das rechnete sich nicht. Mit einem Unternehmensberater fanden wir eine andere Möglichkeit, Kosten zu senken. Wir bauten eine neue Produktionsstätte im eigenen Haus. Von hier aus beliefern wir jetzt zentral alle drei Geschäfte.“Mit Hilfe der Haus- und der Bürgschaftsbank war die finanzielle Seite geklärt, nach nur einem dreiviertel Jahr Bauzeit stand die Produktionsstätte.

Claudia Scheffler sieht ihr Unternehmen jetzt gut gerüstet für die Zukunft. Besonders stolz ist sie, dass trotz der schwierigen Insolvenzzeit kein Mitarbeiter seinen Job verlor. „Es macht Riesenspaß, ein Team hinter sich zu haben, das in guten wie in schlechten Zeiten zusammenhält.“

Fleischerei Claudia Scheffler

Name: Claudia Scheffler

Stadt: Grießbach

Land: Sachsen

Mitarbeiter: 16

Gründungsjahr: Übernahme 2001

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Zuerst Einzelkämpfer, heute Chef von 95 Mitarbeitern

Volker Schubert machte sich schon zu DDR-Zeiten selbstständig

In der DDR ein Unternehmen zu gründen, war alles andere als einfach. Endlose Behördengänge, Formulare und Misstrauen – Volker Schubert aus Uetz in Sachsen-Anhalt weiss, wovon er spricht. Obendrein war er seit einem Motorradunfall 1979 oberschenkelamputiert. „Ich wollte als Elektroinstallateur auf eigene Rechnung arbeiten – koste es, was es wolle. Dafür habe ich sogar auf eine Invalidenrente verzichtet.“

1988 war es endlich soweit: Als Ein-Mann-Unternehmen ging Schubert an den Start. Dass er heute 95 Mitarbeiter hat, konnte er sich damals selbst in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen.

„Nach der Wende stellte ich meinen ersten Mitarbeiter ein. Dann ging es immer heftiger bergauf“, erinnert sich der studierte Elektroanlagenbauer. Sein Unternehmen arbeitet in ganz Deutschland, unter anderem für einen großen Baukonzern, viel im Hotelbau. „Das gibt uns Sicherheit. Die Baubran
che erlebt schwierige Zeiten mit häufigen Zahlungsausfällen.“

Elf Auszubildende lernen bei Schubert. „Viele ehemalige Azubis sind heute Schichtleiter bei uns. Beim eigenen Nachwuchs weiß man, was man hat.“ 40 weitere Stellen hat der Unternehmer durch seine Tochtergesellschaft TBA in Sachsen-Anhalt geschaffen.

Schubert GmbH

Name: Volker Schubert

Stadt: Uetz

Land: Sachsen-Anhalt

Mitarbeiter: 98

Gründungsjahr: 1988

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Ein Angestellter nimmt das Steuer in die Hand

Nach der Insolvenz seines Arbeitgebers produziert Stephan Knoll mit seinem Team PKW-Fahrhilfen für Behinderte jetzt selbst

Sein Arbeitgeber stand vor dem Bankrott, er und seine Kollegen vor der Arbeitslosigkeit: Doch Stephan Knoll wollte sich diesem Schicksal nicht kampflos beugen. Zusammen mit zwei Partnern entschied er sich, einen eigenen Betrieb in derselben Branche zu gründen. Womit er nicht gerechnet hatte: Die Firmengründung aus der Insolvenz des alten Betriebs heraus brachte mehr Schwierigkeiten mit sich als erwartet.

Die Landesbank Schleswig-Holstein glaubte nicht an die von Knoll und seinen Partnern vorgestellte Handlungsfähigkeit und Umsatzsteigerung. Ein Jahr und viel Geld gingen verloren, bis der engagierte Unternehmer sich schließlich an den Bundestagsabgeordneten seines Landes wandte. Dieser kannte bereits die alte Firma, war von den Erfolgschancen des neuen Unternehmens überzeugt und setzte sich bei der Landesbank für Stephan Knoll ein.

Daraufhin wurden Kredite genehmigt, jedoch bei weitem nicht in ausreichender Höhe. Um ihr Vorhaben dennoch durchzusetzen, verzichteten die Gründer über zwei Jahre auf Gehalt und lebten von den Einkommen ihrer Familien. „Wir mussten uns gegenseitig schon ganz schön Mut machen“, meint Knoll. „Zu den finanziellen Problemen kam noch, dass nicht alle Mitarbeiter mitziehen wollten.“

Immerhin 9 der 35 ehemaligen Kollegen sind seit der Gründung 2002 dabei, und sie haben alle Hände voll zu tun. Mittlerweile gibt es mehr Aufträge als Handicap-Car bewältigen kann. Knoll berichtet: „Wir haben den Umsatz gesteigert und unsere Produktpalette erweitert. Außerdem haben wir einen Internet-Shop eingerichtet.“

Von Contergan-Umbauten über Lenkhilfen bis Pedalerhöhungen können sich Interessenten nun auch online vom Know-How des kleinen Teams überzeugen. Entwickelt und eingebaut wird Fahrzeugtechnik für körperbehinderte Menschen. Senioren mit Rücken- und Hüftproblemen bekommen bei den an Handicapcar angeschlossenen Handelspartnern Sitzhilfen, Einstiegshilfen, Schwenksitze und viele andere Artikel.

Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben und ein Bein nicht mehr bewegen können, wird ein linksseitiges Gaspedal in jedes beliebige PKW-Modell eingebaut -einfaches Umklappen für Fahrer ohne Beinbehinderung inklusive. Rollifahrer erhalten Handbediengeräte und Rolliladesysteme, die mobil machen und behinderten Menschen einfach und selbstverständlich zur Freiheit verhelfen. Und auch ganz große und ganz kleine Menschen bekommen die nötigen Umbauten.

„Wir wollen Mutmacher der Nation werden“, so Stephan Knoll, „weil wir Mutmacher der Nation sind. Nach Unfall oder Schlaganfall haben viele Menschen den Lebensmut verloren – wir geben diesen Mut zurück. Einen schöneren Beruf als den unsrigen kann es eigentlich nicht geben. Helfen und Geld verdienen sind eng verbunden und wir arbeiten gerne mit und für unsere Kunden.“

Handicapcar GmbH & Co. KG

Name: Stephan Knoll

Stadt: Tornesch

Land: Schleswig-Holstein

Mitarbeiter: 9

Gründungsjahr: 2002

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Stählern: das menschliche Skelett

Königsee-Implantate entwickelt Wirbelkörper- Prothesen und mehr

Schrauben im Knie, eine Platte in der Schulter und Wirbelkörbe in der Wirbelsäule: Wer je chirurgisch behandelt werden musste, trägt möglicherweise ein Königsee Implantat aus Stahl oder Titan in seinem Körper.

Erich Orschler, Gründer der hoch spezialisierten Firma im thüringischen Königsee, erinnert sich an die risikoreiche Gründung vor zwölf Jahren: „Ich war bei Hoechst in der Pharmasparte tätig und entdeckte diese Firma, die vor dem Konkurs stand.“ Eine Herausforderung für den damals 59-Jährigen: „Ich habe die Firma neu gegründet, wohlgemerkt als Westdeutscher, der in den Osten übersiedelte. Die Infrastruktur war desolat, die Maschinen veraltet. Wir begannen in einer heruntergekommenen Werkhalle und hatten weder einen Kundenstamm noch eine ausreichende Zahl von qualifizierten Fachkräften.“

Das alles baute Orschler erst auf. „Das Wichtigste waren die Mitarbeiter“, meint er. „Um Fachkräfte auszubilden und an das Unternehmen zu binden, habe ich gemeinsam mit dem Arbeitsamt Ausbildungsprojekte initiiert. Wir haben gezielt Mitarbeiter und Lehrlinge für spezielle Bereiche eingestellt und fördern unsere Mitarbeiter ständig. Auch deren Kinder haben die Chance, bei uns anzufangen.“

Die Zahl der anfänglich sieben Angestellten ist mittlerweile auf 100 gestiegen. Das ganze Team arbeitet eng mit Ärzten und Therapeuten zusammen. Zahlreiche Arzt-Anregungen wurden aufgegriffen und in Produkte umgesetzt. Viele Implantate konnten patentiert werden und sind bereits in die rund 7.000 Einzelartikel der Königsee-Implantate eingeflossen.

„Innovationsfreude und Schnelligkeit sind zwei Garanten für unseren Erfolg“, sagt Erich Orschler. „Nur wer Visionen entwickelt und in Innovationen umsetzt, ist vor Preisdruck geschützt und kann sich gegen die großen Marktführer behaupten.“

Königsee Implantate

Name: Erich Orschler

Stadt: Aschau

Land: Thüringen

Mitarbeiter: 100

Gründungsjahr: 1993

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