Diverses Die Umsatzsteuer-Falle

Gute Nachricht für deutsche Unternehmer, die Waren an Firmenkunden in die EU liefern: Der Bundesfinanzhof stoppt übereifrige Finanzbeamte. Die verlangen einfach Umsatzsteuer nach, wenn sich später herausstellt, dass der ausländische Abnehmer eine Scheinfirma ist.

Ein Unternehmer aus Baden-Württemberg braucht für Warenlieferungen nach Spanien vorerst keine Umsatzsteuer an das deutsche Finanzamt zu überweisen. Denn es sei bisher nicht geklärt, wie genau steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen nachzuweisen sind. So lautet ein Beschluss des Bundesfinanzhofs (Aktenzeichen V B 75/05).

Expertentipp: Einspruch einlegen

Anzeige

Er hilft allen Firmenchefs, die vom Finanzamt für Umsatzsteuer im EU-Geschäft haftbar gemacht werden. „Sie können jetzt Einspruch einlegen und brauchen erst einmal nicht zu zahlen“, erklärt Matthias Winter, Umsatzsteuer-Experte bei Flick Gocke Schaumburg in Bonn.

Der Fall: Als ein Unternehmer mit einem neuen Abnehmer in Spanien ins Geschäft kam, verlangte er die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (ID-Nummer). Denn nur dann darf er Ware losschicken, ohne Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. Er ließ die ID-Nummer sogar vom Bundesamt für Finanzen checken. Antwort: alles in Ordnung.

Steuerprüfer stolperten über fehlende Unterschrift

Als die Ware geliefert war, erhielt er vom Spediteur die entsprechende Durchschrift des internationalen Frachtbriefs. Damit glaubte der Unternehmer auch die zweite Voraussetzung erfüllt zu haben: den so genannten Buchnachweis. Jahre später stellten Steuerprüfer fest, dass der Empfang der Ware nicht quittiert worden war. Für sie eine klare Sache: Hier liege ein Scheingeschäft vor, der deutsche Unternehmer müsse zahlen. Berater Winter: „Das geht zu weit. Das wird der Europäische Gerichtshof hoffentlich schon bald bestätigen.“

Mehr Beiträge aus dem Ressort Steuern können Sie in der impulse-Ausgabe 03/2006, Seite 96, nachlesen.

Neugierig geworden, aber noch kein Heft-Abonnent? Dann Geschenk auswählen und online abonnieren

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...