Diverses Die unterschätzte Wirtschaftskraft

Obwohl 93 Prozent aller deutschen Unternehmen in Familienhand sind, blickt die Öffentlichkeit meist nur auf börsennotierte Konzerne. Dabei sind es gerade über Generationen geführte Betriebe, die Deutschlands Wirtschaft maßgeblich beeinflussen.

Deutsche Bank, Allianz oder BASF: Klangvolle Namen, die gerne als Aushängeschild der deutschen Wirtschaft dienen. Doch es sind vor allem die Deichmanns, Würths und Mieles im Großen und die Hubers oder Schmidts im Kleinen, die Betriebe aufbauen und im Hintergrund agieren. Gut jeder zweite Arbeitplatz wird in einem familienkontrollierten Unternehmen geschaffen. Die Firmen haben einen Anteil von 49 Prozent am volkswirtschaftlichen Gesamtumsatz, zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung und des Instituts für Mittelstandsforschung.

Im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen haben die Forscher auch die 500 größten Familienunternehmen identifiziert und erstmals Firmen nach den Definitionen „familienkontrolliert“, „eigentümergeführt“ und „nominelle Familienunternehmen“ gegliedert.

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Anteil der Familienunternehmen nach Beschäftigtenklassen – zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken:

Unabhängig von der Definition sind Familienunternehmen überproportional in der kleinsten
Unternehmensgrößenklasse mit weniger als 10 Beschäftigten vertreten. Sie sind überdurchschnittlich oft Einzelunternehmen und häufiger Personengesellschaften. Besonders hohe Anteile an Familienunternehmen weisen das Baugewerbe, das Gastgewerbe und der Handel auf.

Anteil der Familienunternehmen nach Rechtsformen – zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken:

Der Anteil der Familienunternehmen ist der Erhebung zufolge in den Stadtstaaten relativ gering und in den neuen Bundesländern relativ hoch.

Anteil der Familienunternehmen nach Wirtschaftszweigen – zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken:

Das Ranking zeigt, wer in der Gruppe der führenden Familienunternehmer mitspielt – und welche Dynastien in der deutschen Wirtschaft das Sagen haben. Grundlage des Rankings sind die 2008er-Zahlen. Manche Player sind inzwischen nicht mehr auf dem Feld oder angeschlagen, so wie der Autozulieferer Wilhelm Karmann (Rang 131), der mittlerweile Insolvenz angemeldet hat. Die Pleiten verschonen eben auch nicht die oberen 500.

Top-10-Ranking nach Anzahl der Beschäftigten:

Platz Unternehmen Beschäftigte 2008
1 Metro AG 290000
2 Robert Bosch GmbH 282758
3 Lidl Stiftung & Co. KG 170000
4 Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG 167447
5 Bertelsmann AG 106083
6 Aldi Gruppe 100000
7 Merckle-gruppe 92500
8 Arcandor Aktiengesellschaft 86244
9 INA-Holding Schaeffler KG 66000
10 Adolf Würth GmbH & Co. KG 63000

Top-10-Ranking nach Umsatz 2008:

Platz Unternehmen Umsatz 2008 in Mio. Euro
1 Metro AG 68000
2 Lidl Stiftung & Co. KG 54000
3 Robert Bosch GmbH 45127
4 Merckle-Gruppe 38000
5 Aldi-Gruppe 30000
6 Franz Haniel & Cie. GmbH 26372
7 Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG 24170
8 Arcandor Aktiengesellschaft 19357
9 Bertelsmann AG 16118
10 Heraeus Holding GmbH 15914

TOP 500 Familienunternehmen nach Bundesländern 2008 – zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken

Top 500 Familienunternehmen nach Branchen 2008 – zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken:

Das gesamte Ranking lesen Sie in der Dezember-Ausgabe von impulse, am 26. November im Handel erhältlich

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