Volker Ledermanns größter Fehler „Die USA wären ein Finanzdesaster geworden“

Volker Ledermann, 78, Mitgründer von Edding, über den Versuch, einen der interessantesten Märkte der Welt zu knacken - und allzu vollmundige Versprechungen von Ratgebern.

Wir sind eine exportorientierte Firma und liefern unsere Produkte in mehr als 110 Länder. Der größte Fehler war der Versuch, Edding-Produkte in den USA einzuführen. Der Markt ist ja einer der interessantesten der Welt. Also gründeten wir nach einer Marktstudie eine Niederlassung in New Jersey und stellten einheimisches Fachpersonal ein.

Das erste und wohl auch ernsthafteste Problem waren die in den USA unglaublich hohen Anforderungen an die Produktsicherheit. Die Kappen unserer Schreibgeräte mussten zum Beispiel mit einer Belüftung versehen werden, damit Kinder nicht daran ersticken können, wenn sie diese verschlucken. Die Vorgaben zu den von uns verwendeten, nach europäischen Standards absolut gesundheitssicheren Tinten mussten in den USA neu geprüft werden, wobei die Anforderungen völlig unterschiedlich vom Rest der Welt (mit Ausnahme Kanadas) waren.

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Letztlich erwies es sich, dass die Einführung unserer Produkte sich als so teuer darstellen würde, dass der Einsatz einer derart von unserem Standardprogramm abweichenden Produktlinie sich nicht lohnen konnte. Der Fehler lag mit Sicherheit bei mir: Ich hätte unseren amerikanischen Ratgebern, denen zufolge alle diese Probleme leicht zu lösen sein würden, nicht trauen dürfen. Die Probleme hätten ernsthaft in ein finanzielles Desaster führen können.

Noch heute beliefern wir den nordamerikanischen Markt nur gelegentlich mit speziellen Produkten.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus der impulse-Ausgabe 12/2010.

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