Diverses DIHK: Chefs rechnen 2003 mit Null-Wachstum

"Frust und Skepsis prägen das Bild", kommentierte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturumfrage.

Die Schuld für die desaströse Lage liegt nach Meinung der Unternehmer nicht
nur an der mauen Weltkonjunktur: Hohe Abgabenlast, erstarrter Arbeitsmarkt, zu hohe
Lohnabschlüsse und Kriegsängste sorgen mit dafür, dass Deutschlands
Unternehmen mehr als skeptisch ins Jahr 2003 blicken, so das ernüchternde Ergebnis der Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie und Handelskammertags (DIHK).

Statt einem Prozent Wachstum wie bisher vom DIHK prognostiziert, droht nun
eine Nullrunde. Sollte es zu einem längeren Irak-Krieg kommen, gar eine Rezession. Die Einstellungspläne deutscher Firmen sind
auf dem tiefstem Stand seit zehn Jahren, die Investitionsbereitschaft
auf dem tiefsten Stand seit 25 Jahren.

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Ganz düster sieht die deutsche Bauindustrie ihre Zukunft: 61 Prozent der Chefs am Bau rechnen in diesem Jahr mit weiteren Rückschlägen. Hauptgrund neben Steuern und Abgaben: Die klammen Kommunen investieren kaum noch.

Auch der Handel ist ohne Hoffnung: Der Saldo aus Positivmeldungen und Negativerwartungen liegt in der Branche bei minus 40 Prozent (Vorjahr minus 25 Prozent). Die Verbraucher sind durch höhere Abgaben real ärmer geworden und von Job-Ängsten geplagt. Keine Basis für ausgiebiges Shopping.

Ebenfalls pessimistisch sind Deutschlands Dienstleister: Mit minus 14 Prozent ist ihr Erwartungssaldo allerdings klar besser als der von Handel und Bau. Skeptisch sind vor allem die Gastronomen nach der rufschädigenden
Teuro-Debatte. Auch die Hoffnungen der Luftfahrt sind wegen der anhaltenden
Terrorangst gedrückt. Positive Ausnahme: Die Versichungswirtschaft hofft auf Besserung.

Bei der Industrie ist das Bild geteilt: Zwar sieht nur jeder fünfte Industrielle hoffnungsfroh ins neue Jahr. Doch liegt das vor allem an der
Skepsis auf dem Binnenmarkt. Positiv gestimmt sind hingegen die Export orientierten Industriezweige wie etwa Pharma- und Chemie, deren Geschäftserwartungen sogar um elf Prozent gestiegen sind.

Doch der Funke aus der weiter starken Exportwirtschaft dürfte kaum auf den
Binnenmarkt überspringen. „Das verhindert vor allem die Inflexibilität des
deutschen Arbeitsmarkts“, kritisierte Wansleben. Selbst Unternehmen mit
positiven Exporterwartungen würden im Inland nicht einstellen.

Den kompletten Konjunkturbericht gibt es unter www.dihk.de.

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