Diverses Doktor Faust in Berlin

Ferruccio Busoni (1866 - 1924) gilt als ein Wegbereiter der Neuen Musik. Bekanntestes Werk des in Italien geborenen Komponisten und Schriftstellers ist die Oper "Doktor Faust". Die Berliner Staatsoper unter den Linden zeigt die "Dichtung für Musik" unter der Leitung von Daniel Barenboim.

„Doktor Faust“ ist Busonis bekanntestes Werk, an dem er von 1916 bis zu seinem Tod komponierte, ohne es fertig stellen zu können: Die Erscheinung der Helena im 2. Bild und der Schluss des letzten Bildes sind unvollendet. Die Uraufführung fand knapp ein Jahr nach seinem Tod 1925 am Sächsischen Staatstheater Dresden statt.

Seine Oper verbindet verschiedene Stile und musikalische Ausdrücke. Busoni wollte die „Form in Empfindung auflösen“ und komponierte simultane Klangwelten wie den berühmten Doppelchor, in dem „Te Deum“ und „Ein feste Burg“ ineinander verwoben sind.

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Auch ästhetisch ging Busoni neue Wege – ihn interessierte nicht die psychologische Figurenzeichnung Verdis oder der Verismo von Puccini, sondern der künstliche Charakter der Oper, die Betonung von reinem Spiel, Zauber und Wunderhaftem als zentrale Elemente.

In seiner Hauptschrift „Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“ von 1906 formulierte er seine Vision der Oper: Die Oper sei der Bereich des „Übernatürlichen oder des Unnatürlichen“ und solle „eine Scheinwelt schaffen, die das Leben entweder in einem Zauberspiegel oder einem Lachspiegel reflektiert; die bewusst das geben will, was in dem wirklichen Leben nicht zu finden ist.“

Das Libretto schrieb er unter Verwendung verschiedener Faustbearbeitungen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert selbst. Sein Faust ist ein moderner, hybrider Mensch, der bewusst Grenzen übertritt und sich unruhig und egoman mit den Mächten des Bösen einlässt.

Doktor Faust

Staatsoper unter den Linden

02., 06., 09., 12. und 15. Dezember 2006

Musikalische Leitung: Daniel Barenboim

Inszenierung: Peter Mussbach

Bühnenbild: Erich Wonder

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