Diverses Drohende Entlassungen überfordern Firmen

Deutsche Unternehmen sind auf einen möglichen Stellenabbau schlecht vorbereitet. Eine Studie zeigt: Es fehlt an Know-how in den Personalabteilungen.

Wenn die Kurzarbeit ausläuft und die Auftragslage nicht besser wird, ist es soweit: Dann wird entlassen. Das hat jetzt eine Studie der Managementberatung Kienbaum ergeben, an der sich 200 Unternehmen aus Dax, MDax, TecDax und dem gehobenen Mittelstand beteiligt haben. Demnach können 55 Prozent der deutschen Firmen betriebsbedingte Kündigungen ihrer Angestellten nur noch maximal ein halbes Jahr aufschieben. 30 Prozent können ihre Belegschaft immerhin noch ein Jahr halten. „Die Massivität der Finanz- und Wirtschaftskrise hat viele Unternehmen überrascht und setzt sie nun unter erheblichen Handlungsdruck“, sagt Kienbaum-Restrukturierungsexperte Max Scholz.

Dabei ist ein Großteil der Firmen auf den drohenden Personalabbau schlecht vorbereitet. Rund 40 Prozent der befragten Firmen geben an, keine Erfahrung mit betriebsbedingten Kündigungen zu haben oder dafür nicht ausreichend gewappnet zu sein. „Oftmals fehlt es den Personalabteilungen an Kapazitäten und Know-how, um umfangreiche Entlassungen zu organisieren und zu managen“, sagt Scholz.

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Während Dax-Unternehmen hier besser aufgestellt sind, hapert es beim Mittelstand hingegen oft schon an der richtigen Kommunikation. Laut Studie stimmen nur 30 Prozent der mittelständischen Firmen ihre Geschäftsstrategie mit ihrer Personalstrategie ab.

Bislang konnten die meisten Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen noch vermeiden. Zwar haben 90 Prozent der Firmen bereits Personal abgebaut, doch fast alle (98 Prozent) haben dies mit sozialverträglichen Maßnahmen geschafft. Scholz: „Bei anhaltend schlechter Konjunktur werden sozialverträgliche Maßnahmen jedoch nur eine Übergangslösung sein.“

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