Diverses Ein Berliner Sommernachtstraum

© Bernd Schönberger

Gestartet ist das Theater Hexenkessel als Hinterhofprojekt in einem besetzen Haus am Prenzlauer Berg. Inzwischen aber ist es eine feste Größe in der Berliner Kulturszene: Seit 14 Jahren schon zeigt das Ensemble klassisches Theater lebendig inszeniert - und das am liebsten unter freiem Himmel. In diesem Jahr steht Shakespeares Sommernachtstraum auf dem Programm, in einem nachgebauten Amphitheater im Monbijoupark in Mitte.

Mitreißend und komödiantisch, populär und in besonderem Ambiente – das hat sich das Berliner Hoftheater Hexenkessel auch in seinem 15. Bühnenjahr auf die Fahne geschrieben. Im vergangenen Jahr gab es Molières „Der Geizige“, in diesem Sommer zeigt das Ensemble im Monbijoupark Shakespeares „Sommernachtstraum“. Erstmals allerdings stehen die Künstler auf einer richtigen Bühne. Ein neues Amphitheater im italienischen Renaissance-Stil wird mit Shakespeare-Premiere am 20. Juni eingeweiht.

Die Künstler spielen seit 1999 im Monbijoupark – damals herrschte dort noch Chaos. Doch die Theatermacher ließen sich nicht abschrecken und bezogen Park-, Baustellen- und Stadtlandschaft im Herzen Berlins in die Inszenierungen mit ein.

Anzeige

Das Hoftheater Hexenkessel folgt der Spiel- und Lebensweise des fahrenden Gauklervolkes: Es will mit kleinstmöglichem Ensemble größtmögliches Theater unters Volk bringen. Auch im Sommernachtstraum – Shakespeares berühmtes Verwirrspiel der Liebe – folgt es diesem Anspruch. So werden gleich fünf Liebespaare zueinander geführt. Im Rollenwirbel ist jeder eines jeden Spiegel und spielerisch folgt jeder einem Bild, um hinter Täuschungen und Missgeschicken seinen Widerpart zu finden. Was anfangs noch unmöglich schien, wird plötzlich wahr und bleibt doch Phantasie. Das Hoftheater will Berlin zum Träumen bringen und fordert alle Besucher auf: „Be romantic!“.

Die Premiere am 20. Juni ist bereits ausgebucht. Doch das Ensemble spielt bis zum 13. September immer dienstags bis samstags um 21.30 Uhr. Bei Regen werden Ponchos verteilt. Die Karten kosten ab 13 Euro. Mehr Informationen unter www.hexenkessel-hoftheater.de

Aber nicht nur die besondere Atmosphäre des neu errichteten Amphitheaters soll den Monbijoupark dieses Jahr prägen. Geplant sind die ersten Monbijoufestspiele mit einem umfangreichen Angebot – darunter Sommertheater auf einem Schiff, klassische Konzerte vorm Bode-Museum und die erste Strandbar Deutschlands.

Ab sofort finden jeden Sonntagabend vor dem Portal des Bode-Museums klassische Konzerte unter freiem Himmel statt. Auf dem Programm: Gesang und Klavier, das Ensemble International Opera bis hin zum Lietze-Symphonieorchester.

Theater und Tanz auf dem Wasser bietet das Theaterschiff MS Marie – es ankert auf der Spree, ebenfalls vor dem Bode-Museum und hat ab 6. Juli das Hexenkessel Hoftheater mit Goldonis Divenkomödie „Der Impresario von Smyrna“ an Bord.

Nach den Vorstellungen verwandelt sich das Theater- in ein Tanzschiff. Dann gibt es bis spät in die Nacht unter freiem Sternenhimmel Tango-, Salsa-, Swing- und Walzerkurse. das genaue Programm gibt es unter: www.ballhaus.de

Weit über der Wasseroberfläche im Monbijoupark thront die Märchenhütte: Hier ist ab Ende Juli Kasperletheater für Groß und Klein auf einer sechs Meter langen Bühne geplant – die sommerliche Fortsetzung von Grimms Märchen in der Märchenhütte während des Winters.

Liegestühle und fröhliche Strandmusik sorgen in der Strandbar Mitte für Wohlfühl-Feeling am Großstadtufer. Um die Genehmigung für die „Mutter aller Strandbars“ – seit 2002 eine Institution im sommerlichen Berlin – gab es zuletzt viel Streit. In diesem Jahr muss sie allerdings ohne echten Sandstrand auskommen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...