Diverses „Ein-Euro-Jobs für Firmen nutzlos“

Im März beantwortet Professor Michael Hüther, 42, die drei Fragen von impulse. Hüther ist seit Juli 2004 Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

impulse: Herr Hüther, sollten
Firmenchefs Ein-Euro-Jobber
einsetzen dürfen?

Hüther: Nein, weil dies die erfolgreichen 400- und 800-Euro-Jobs – also reguläre Beschäftigung – verdrängen würde.

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Was ist daran schlimm, wenn
Unternehmer so günstiger an neue
Leute kommen?

Auf Mini- und Midi-Jobs werden – wenn
auch nur geringe – Steuern und Abgaben fällig.
Die gingen Staat und Sozialversicherung
dann verloren. Hinzu kommt: Unternehmer
würden ohnehin nicht massenhaft Ein-Euro-
Kräft e einstellen. Denn der organisatorische
Aufwand im Betrieb ist viel zu hoch, sie sind
zumeist nur gering qualifiziert, und ihr rechtlicher Status ist unklar. Vor allem aber: Der Unternehmer könnte sich diese Leute nicht
aussuchen, sondern würde sie von den Arbeitsagenturen zugelost bekommen, um
Mauscheleien auszuschließen. Gerade Mittelständler würden davon sicher kaum Gebrauch machen.

Also haben Ein-Euro-Jobber in
privaten Firmen gar keine Chance?

Doch, wenn die Tarifparteien einen echten
Niedriglohnsektor zulassen – mit Löhnen,
die niedriger sind als die öffentliche Stütze.
Dieses Einkommen sollte nur teilweise auf
den Transferanspruch – wie bei Hartz IV –
angerechnet werden. So hat auch der gering
qualifizierte Arbeitslose einen Anreiz, einen
schlecht entlohnten Job anzunehmen. Das
könnte kurzfristig 500.000 neue Jobs im ersten
Arbeitsmarkt schaffen.

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