Diverses Eine Welt ohne Opel

Was ist der Unterschied zwischen Opel und dem mittelständischen Autozulieferer Schaeffler? Ganz einfach: Der fränkischen Familienbetrieb bekommt keine Staatshilfe. Zur Rettung von Opel dagegen sollen Steuergelder locker gemacht werden. Und das darf nicht sein, ärgert sich Alexander Mayerhöfer. Denn egal wie schmerzhaft eine Opel-Pleite auch wäre: Jedes Unternehmen muss ohne Staatshilfe überlebensfähig sein.

„Die Grünen wollen Opel retten“ – noch vor zehn Jahren wäre der Spruch auf jeder Party ein Brüller gewesen. Ausgerechnet die Partei, die vor einem Jahrzehnt lautstark „Fünf Mark für den Liter Benzin“ forderte und sich als natürlicher Feind der Automobilindustrie aufführte. Sicherlich, wir alle ändern uns und auch die Grünen lernen hinzu – allerdings kaum etwas in Sachen Wirtschaftspolitik. Wer heute Opel vor dem drohenden Untergang der GM-Mutter retten will, kann nicht so tun, als wäre die Traditionsmarke allein überhaupt überlebensfähig. Selbst eingefleischte Opelianer glauben das nicht, wenn man sich mit ihnen unterhält. Was also treibt die Grünen (und auch große Teile der SPD), jetzt noch mehr Staatsbeteiligung zu fordern? Sollen Autokäufer ihren Staatsopel künftig bei der HRE finanzieren lassen? Und warum werden der Schaeffler Gruppe Finanzhilfen verweigert und bei Opel sogar angeboten – weil hinter Schaeffler eine reiche Unternehmerfamilie steckt?

Das offenbare Fehlen politischer Vernunft lässt sich nur damit erklären, dass die Berliner und mit ihnen viele Länderpolitiker bereits in den pubertären Zustand aufgeregter Wahlkämpfer verfallen sind. Höchste Zeit, dass sich diejenigen zu Wort melden, die dem ordnungspolitischen Wahnsinn Einhalt gebieten können – aber warum hören wir nichts von Friedrich Merz und wo bleibt die Mahnrede von Horst Köhler, der als Staatsoberhaupt warnen muss, wenn unsere Republik in den Grundfesten erschüttert wird. Und nichts anderes geschieht, wenn sich der Staat gleich in mehreren Krisenbranchen mit ungeheuren Geldsummen als Retter aufspielt.

Anzeige

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...