Diverses Einer redet – viele hören zu

Auf der ständigen Suche nach neuen Erlösquellen entdecken Mobilfunk-Provider jetzt das gute, alte Walkie-Talkie wieder.

Unter dem Namen „Push-to-talk“ (PTT) startet jetzt in Deutschland als erster Mobilfunkanbieter T-Mobile einen neuartigen Service: Der Nutzer drückt einen Knopf an seinem Handy, spricht hinein – und ein Gesprächsteilnehmer oder auch eine Gruppe empfängt die Sprachbotschaft. Dabei kann – wie früher bei den klassischen Funkgeräten – auch immer nur eine Person gleichzeitig sprechen.

T-Mobile rechnet sich aus, dass der
neue Dienst insbesondere zur schnellen
Koordination von Mitarbeitern beispielsweise
im Außendienst attraktiv ist. Mit PTT können Kurierdienste ihre Fahrer ebenso unkompliziert benachrichtigen wie auch ein Polier seine
Mannschaft auf einer größeren Baustelle.

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Dabei funktioniert PTT nicht nur bundesweit, sondern auch grenzüberschreitend in den Netzen der T-Mobile-Vertragspartner. Wesentlicher Knackpunkt: Bisher sind erst wenige Hand-
Modelle auf dem Markt, die PTT bereits
beherrschen. Allein Nokia hat mit den
Modellen 5140 und 6170 zwei Geräte
im Angebot, mit denen der Nutzer per
Knopfdruck eine zuvor festgelegte
Teilnehmergruppe anfunken kann.

Allerdings werden Hersteller wie Siemens
oder Motorola schnell nachziehen. Und für moderne Smartphones wie den MDA-III soll es künftig eine
Software geben, die dem Gerät den Walkie-Talkie-Funk beibringt.

Rein technisch basiert das PTT-Verfahren
auf dem schnellen Datenfunk GPRS, der nahezu flächendeckend zur Verfügung steht. Die
Sprachnachricht wird, zerlegt in kleine
Datenblöcke, über das Netz des Providers
vermittelt. Weil sich Sprache relativ gut komprimieren lässt, fällt kein großes Datenvolumen an.

Daher kann T-Mobile den Service auch einigermaßen preisgünstig offerieren: Bis Ende April 2005 steht der Service ohne weitere Kosten zur Verfügung. Danach berechnet T-Mobile entweder einen Euro pro Tag oder 18 Euro für den gesamten Monat – egal, wie viele Sprachnachrichten
versendet werden.

Weitere Meldungen aus dem Ressort Computer + Solutions können Sie in der impulse-Ausgabe 01/2005, Seite 98, nachlesen.

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