Diverses Einspruch lohnt jetzt richtig

Manchem Firmenchef wird das Finanzamt für 2004 weit mehr Steuern abknöpfen als erwartet. Der Grund sind neue Vorschriften, die die Regierung Ende 2003 durchgepeitscht hat. Experten wie Nora Schmidt-Keßeler, Hauptgeschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer, zweifeln indes, ob diese Erhöhungen verfassungsgemäß sind. Und raten zum Einspruch.

Ende 2003 stritten Regierung
und Opposition, ob
und wie viel Steuerreform
vorgezogen werden soll. Eine Einigung
wurde erst erreicht, als man sich auf
29 Steuerverschärfungen aus der
Streichliste der Ministerpräsidenten
Koch und Steinbrück verständigte.
Diese Steuererhöhungen kamen aber
erst im Vermittlungsausschuss auf
den Tisch, wurden also nicht öffentlich
beraten. Dieser Weg ist von der Verfassung
nicht gedeckt.

Was ist also für
Unternehmer zu tun? Sie sollten jetzt
analysieren, wo sie betroffen sind. Und Einspruch einlegen. Die wichtigsten
Änderungen auf einen Blick:

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Bewirtung.

Wer Geschäftsfreunde
zum Essen einlädt, darf nur noch
70 Prozent der Restaurantrechnung
absetzen. Früher: 80 Prozent.

Chef-Vorsorge.

Firmenverkauf
mit 55 Jahren oder später: Steuerfrei
sind nur noch Verkaufsgewinne bis
45 000 Euro, früher 51 200 Euro. Der
Freibetrag wird gekürzt, wenn der Gewinn
über 136 000 Euro liegt, früher
154 000 Euro.

Gebäude-Abschreibung.

Private
Investoren schreiben Mietshäuser länger
degressiv ab: zehn Jahre je vier
Prozent, neun Jahre je 2,5 Prozent, 32
Jahre je 1,25 Prozent. Früher: acht
Jahre je fünf Prozent, sechs Jahre je
2,5 Prozent, 36 Jahre je 1,25 Prozent.

Gebäude-Sanierung.

Kosten für
Baudenkmäler und Gebäude in Sanierungsgebieten sind länger abzusetzen:
acht Jahre je neun Prozent, vier
Jahre je sieben Prozent. Früher: zehn
Jahre je zehn Prozent.

Geschenke.

Dürfen pro Geschäftspartner
und Jahr höchstens 35 Euro
betragen. Früher: 40 Euro.

Miete.

Wer Wohnungen an Angehörige
vermietet, muss mindestens
56 Prozent der ortsüblichen Miete
verlangen. Früher: 50 Prozent.
Sparerfreibetrag. 2740 Euro (Ledige:
1370 Euro). Früher: 3100 Euro
(Ledige: 1550 Euro).

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