Diverses Einstieg mit Strategie

Einstieg mit Strategie

Einstieg mit Strategie

Die beste Geschäftsidee allein begeistert die Kapitalgeber nicht. Nur ein schlüssiges Konzept überzeugt.

Steffen Müller ist sich ganz sicher: „Ein fundierter Business-Plan ist die Grundlage für unternehmerischen Erfolg“, so der Projektleiter von NUK Neues Unternehmertum Rheinland. Der Verein prämiert in diesem Jahr bereits zum achten Mal die besten Geschäftskonzepte.

„Das Konzept ist so entscheidend, weil es gleich zwei wichtige Aufgaben zu erfüllen hat“, erklärt Müller: Zum einen muss es Investoren und wichtige Partner möglichst rasch von der Unternehmensidee überzeugen. Und zum anderen dient es dem Gründer als regelmäßiges Kontrollinstrument.

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Für die Formulierung des Business-Plans gibt es keine verbindlichen Regeln. In der Praxis hat sich jedoch ein Aufbau durchgesetzt, den auch das NUK den Teilnehmern seines Wettbewerbs empfiehlt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche zehn Regeln Gründer beachten sollten.

1. Executive Summary

Das erste Kapitel ist auch das wichtigste. Grund: Die Zusammenfassung des Geschäftskonzepts erläutert die entscheidenden Punkte des Vorhabens. Auf nur zwei oder drei Seiten soll der Gründer die Meilensteine seines Projekts ansprechen. Diese geben Aufschluss über das Produkt, den Kundennutzen, die relevanten Märkte, die Kompetenz des Managements, den Investitionsbedarf, die mögliche Rendite und die angestrebte Rechtsform.

Ein Tipp: Vor allem technologieorientierte Firmenchefs sollten darauf achten, dass auch Branchenfremde die Zusammenfassung verstehen können.

2. Geschäftsidee

In diesem Abschnitt schildern Gründer kurz und knapp ihre Geschäftsidee und ihre Unternehmensziele für die kommenden drei bis fünf Jahre. Dazu gehören neben einer Beschreibung des Produkt- und Leistungsprofils auch die Erfolgsfaktoren, die geplante Marktstrategie sowie Angaben zum Firmennamen, zum Standort, zur Rechtsform und zur Firmenstruktur.

3. Produkt

An dieser Stelle erklären künftige Firmenchefs ausführlich ihr Produkt. Dazu gehören auch Aussagen zum technischen Entwicklungsstand, zur Patent- und Lizenzsituation, zur Preisstruktur und zum Alleinstellungsmerkmal. Ein Schwerpunkt liegt auf der Beschreibung des Kundennutzens: Wer soll das Produkt kaufen? Welchen Nutzen bietet das Produkt?

4. Branche und Markt

Hier stehen die wichtigsten Erkenntnisse über die Branche und den Markt. Zum Beispiel: Wie groß sind Umsatz und Absatz in der Branche? Wie ist der aktuelle Trend? Welche Faktoren beeinflussen die Branchenentwicklung? Wer sind die Wettbewerber und welche Strategien verfolgen sie?

5. Marketing

Zu einer erfolgreichen Gründung gehört ein cleveres Marketing. Dabei geht es um mehr als nur um Werbung. Da ist zum einen die Markteintrittsstrategie: Der Gründer sollte an dieser Stelle den Zeitplan, seinen Referenzkunden und seine Werbestrategie darstellen. Zum anderen macht er Aussagen zum Absatzkonzept: Etwa über welchen Vertriebskanal das Produkt verkauft werden soll. Oder wie eine angemessene Preisgestaltung aussieht.

6. Management

Die meisten Leser wenden sich nach der Lektüre der Zusammenfassung gleich diesem Kapitel zu. Es schildert die berufliche Erfahrung und die bisherigen Erfolge der Gründer und der wichtigsten Mitarbeiter. Zudem wird beschrieben, wie die Verantwortlichkeiten im Betrieb aufgeteilt werden sollen und für welche Positionen noch Verstärkung benötigt wird.

7. Chancen und Risiken

Eine realistische Einschätzung von Chancen und Risiken, die Gründer aktuell beobachten oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarten, darf in keinem Unternehmensplan fehlen. Dazu gehört eine Schilderung, wie der Firmenchef auf künftige positive und negative Veränderungen reagieren will und welche Auswirkungen bestimmte Ereignisse auf die Unternehmensentwicklung haben können. Viele Leser erwarten an dieser Stelle den Entwurf von zwei Szenarien: ein Best-Case, bei dem alle Erwartungen erfüllt werden, und ein Worst-Case, dem ungünstigsten zu erwartenden Fall.

8. Fünf-Jahres-Plan

In diesem Kapitel beweist der Gründer, dass sein Geschäftskonzept rentabel ist. Zu diesem Zweck erstellt er eine Personalplanung für die kommenden Jahre. In der Investitions- und Abschreibungsplanung erfasst er alle größeren Anschaffungen, beschreibt den Kapitalbedarf und die jährlichen Abschreibungen. Eine Plan-Gewinn- und Verlustrechnung gibt Aufschluss über die voraussichtliche Entwicklung der Umsätze, Aufwendungen und Erträge.

Der Liquiditätsplan untermauert die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens: Der Gründer listet alle zu erwartenden Aus- und Einzahlungen für das erste Geschäftsjahr nach Monaten auf. Für das zweite und dritte Jahr genügt eine Aufstellung nach Quartalen und im vierten und fünften Jahr nach Gründung eine Aufschlüsselung nach Halbjahren.

9. Finanzbedarf

Hier sollten Unternehmer die einzelnen Finanzierungsposten den geeigneten Kapitalgebern zuordnen. Dabei kommt es auf die richtige Mischung an. Kurzfristig benötigte Beträge können zum Beispiel über Kontokorrent- oder Lieferantenkredite gedeckt werden. Für langfristige Finanzierungen eignen sich Darlehen, Fördermittel, Sach- oder Bareinlagen.

10. Anhang

Detaillierte Lebensläufe des Gründerteams, ausführliche Marktforschungsergebnisse, Produktfotos oder -skizzen, Nachweise über bestehende Patente und tabellarische Finanzpläne gehören in den Anhang. Wichtig sind auch Referenzen und Gutachten von anderen Unternehmern, Branchenexperten oder ersten Kunden.

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