Diverses Erbschaftsteuer: Steuerberater fürchtet Probleme für Mittelstand

Eine Erhöhung der Erbschaftssteuer könnte Tausende von Arbeitsplätzen in mittelständischen Betrieben gefährden. Das ist die Einschätzung von Steuerberatern.

Eine mögliche Erhöhung der Erbschaftssteuer
könnte nach Einschätzung von Steuerberatern Tausende Arbeitsplätze in
mittelständischen Betrieben gefährden. Für zahllose Familien geführte
Traditionsunternehmen sei es bei einer höheren Steuerlast nicht mehr
attraktiv, das Unternehmen an die nächste Generation weiterzugeben,
warnte Christian Rödl von der Wirtschaftsprüfungs- und
Steuerberatungsgesellschaft Rödl und Partner in einem dpa-Gespräch. „Die Nachfolge ist dann gar nicht mehr zu bezahlen“. Viele
Traditionsbetriebe würden dann wahrscheinlich von großen Konzernen
geschluckt und zerschlagen. Besonders Regionen mit einem traditionell
stark ausgeprägten Mittelstand wie Bayern und Baden-Württemberg würde
dies nach Einschätzung des Rödl-Gesellschafters hart treffen.

Der Bundesfinanzhof hatte am Mittwoch Zweifel an der
Verfassungsmäßigkeit der Erbschaftsteuer angemeldet und die Regelung
zur Prüfung an das Bundesverfassungsgericht weiter geleitet. Bislang
wird Betriebsvermögen im Erbfall deutlich geringer besteuert als
beispielsweise Bargeld. Durch eine Angleichung könnte die Steuer für
einige Betriebe nach Einschätzung von Rödl bis zu zehn Mal höher
ausfallen. „Das betrifft ganz besonders die ertragsstarken
Mittelständler“. Viele dieser Betriebe erzielten einen Umsatz in
dreistelliger Millionenhöhe und beschäftigten Tausende Mitarbeiter.
„Die Bundesfinanzhof-Richter wissen gar nicht, was für einen
volkswirtschaftlichen Schaden sie da anrichten.“

Anzeige

Statt einer Erhöhung der Steuer sollten nach Ansicht von Rödl die
Möglichkeiten zum Missbrauch der Begünstigungen gestoppt werden.
Besonders durch die Übertragung von privaten Immobilien ins
Betriebsvermögen kämen viele Firmenerben zu Unrecht in den Genuss der
Steuervorteile. „Diese Schlupflöcher müssen gestopft werden.“

Rödl und Partner mit Sitz in Nürnberg ist nach eigenen Angaben mit
rund 2.200 Mitarbeitern die größte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
deutschen Ursprungs. (dpa)

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...