Diverses Erfolgsrezept Leasing

2,4 Millionen Euro für einen Gleisbaukran - eine Investition dieser Größenordnung tätigt auch ein mittelständisches Bauunternehmen nicht aus der Portokasse. Bis vor einigen Jahren gab es da nur eins: Die Hausbank um einen Kredit bitten und hinterher Tilgung und Zinsen zahlen. Doch auch bei Mobilien wie dem Kran etabliert sich in deutschen Unternehmen das Leasing als Finanzierungsmethode: Das Leasing-Objekt bleibt Eigentum eines Leasing-Gebers, steht dem Leasing-Nehmer aber gegen eine regelmäßige Zahlung zur Verfügung.

Auf den ersten Blick scheint es keinen großen Unterschied zu machen, ob ein Unternehmer Kredit- oder Leasingraten zahlt. Doch schon bei der Bilanzierung der beiden Finanzierungsinstrumente zeigen sich Unterschiede: Kredite stehen in den Büchern als Fremdkapital und verschlechtern so möglicherweise das Rating und damit die Chance auf weitere Kredite. Leasing dagegen wirkt sich nicht negativ auf die Bonität aus.

Ein grundsätzlicher Vorteil von Leasing-Geschäften ist Flexibilität: Für verschiedene Güter und Verwendungsarten lassen sich Verträge passend gestalten. Vier Vertragsarten haben sich zu Klassikern des Leasing-Marktes entwickelt.

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Verschiedene Vertragsarten

Dazu gehört das Vollamortisationsleasing, kurz VA-Leasing. Bei VA-Verträgen decken die Leasing-Raten den Anschaffungspreis der Ware und alle Kosten ab. Auch eine Gewinnmarge für den Leasing-Geber ist einkalkuliert. Deshalb bieten die Leasing-Geber bei VA-Verträgen oft an, dass der Unternehmer das Leasing-Objekt am Ende der Laufzeit zum Restbuchwert oder Zeitwert kauft. Auch eine Vertragsverlängerung ist meistens möglich. Ein Nachteil dieser Vertragsform: Laut Gesetz dürfen VA-Verträge nicht kündbar sein. Sie können 40 bis 90 Prozent der so genannten „betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer“ eines Objekts laufen. Eine Maschine, die über 60 Monate abgeschrieben wird, lässt sich also zwischen 24 und 54 Monaten lang bilanzneutral leasen.

Geringere Leasing-Raten hat eine Unternehmer beim Teilamortisationsleasing (TA-Leasing) zu erwarten. Denn bei TA-Verträgen ist das Leasing-Gut am Ende der Laufzeit nur teilweise abbezahlt. Die Leasing-Gesellschaft kalkuliert einen Restwert ein, zu dem sie das Objekt am Laufzeitende verwertet. TA-Verträge enthalten oft ein Andienungsrecht für die Leasing-Gesellschaft. Das heißt, dass der Leasing-Nehmer das Objekt zu einem vorher vereinbarten Preis kaufen muss, wenn die Gesellschaft das verlangt.

Eine Variante dieser Leasing-Methode ist der TA-Vertrag mit Mehrerlösbeteiligung. Hier verkauft die Leasing-Gesellschaft das Objekt am Ende und deckt daraus die noch ausstehenden Kosten. Reicht das Geld nicht, muss der Unternehmer den Rest zuzahlen. Ist Geld übrig, bekommt der Leasing-Nehmer bis zu drei Viertel davon ab.

Einen entscheidenden Nachteil eines Vollamortisationsvertrags können Finanzverantwortliche mit so genannten „Kündbaren Verträgen“ umgehen. Wie der Name schon sagt, kann der Unternehmer aus solchen Leasing-Verträgen aussteigen.
Kündbare Verträge sind eine Variante des TA-Vertrags. Firmen können zu vorher definierten Zeitpunkten gegen ausgemachte Abschlusszahlungen kündigen, frühestens jedoch nach 40 Prozent der üblichen Nutzungsdauer.

Eine vor allem bei Fahrzeugen oft gewählte Standard-Variante ist das Operate Leasing (OL). Im Gegensatz zu den anderen drei genannten Vertragsformen mietet hierbei eine Firma nur für kurze Zeit und bleibt durch kurzfristige Kündigungsrechte flexibel. Auch die spätere Verwertung von Leasing-Objekten ist Sache der Leasing-Gesellschaft. Die Risiken solcher Verträge sind für Unternehmer klein und die Kosten vor allem bei kurzer Nutzung gering. Weiterer Vorteil für Unternehmen: OL-Verträge sind auch nach internationalen Bilanzierungsregeln wie zum Beispiel den International Financial Reporting Standards (IFRS) bilanzneutral.

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