Diverses Erhöhter Krankenstand

Die Menschen werden immer älter. Damit steigt auch der Krankenstand in den Unternehmen. Doch kaum ein Betrieb ist darauf vorbereitet, so der Fehlzeiten –Report 2002 der AOK.

5, 3 Prozent aller Erwerbstätigen waren im vergangenen Jahr krank. Dabei entstanden volkswirtschaftliche Kosten von rund 45 Milliarden Euro. Das ist eines der Ergebnisse des Fehlzeiten-Reports 2002, der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WidO) in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld herausgegeben wird. Die Daten des Fehlzeiten-Reports 2002 basieren auf den Krankmeldungen aller erwerbstätigen AOK-Mitglieder in der Bundesrepublik im Jahre 2001.

Zwar ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres der Krankenstand auf den niedrigsten Wert seit vier Jahren gefallen. „Doch das Durchschnittsalter der Beschäftigten steigt kontinuierlich. Und damit steigen auch die krankheitsbedingten Fehlzeiten in den nächsten Jahren“, so Christian Vetter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am WidO und einer der Herausgeber der Studie.

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Denn wie viele Krankheitstage ein Unternehmen verkraften muss, hängt vor allem von der Zahl der älteren Angestellten und Arbeiter ab. So ist bei den 15 bis 24-jährigen die Zahl der Krankmeldungen zwar doppelt so hoch wie bei den 45 bis 49-jährigen. Dafür fallen die älteren Kollegen aber länger aus. Mitarbeiter zwischen 60 und 64 Jahre werden vom Arzt fünfmal so lange krankgeschrieben, wie ihre jüngeren Kollegen.

Das wird für die Unternehmen in Zukunft noch teurer. Denn die Zahl der älteren Arbeitnehmer steigt, weil das Angebot an Arbeitskräften aufgrund des Bevölkerungsrückganges deutlich zurückgeht. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter in den Betrieben. Folge: Schon im Jahr 2005 gibt es mehr Arbeitnehmer über 50 Jahre als solche unter 30 Jahre. „Bis 2020 werden 34 Prozent der arbeitenden Bevölkerung über 50 Jahre alt sein“, sagt Christian Vetter.

„Auf diese Entwicklung sind die meisten Betriebe nicht vorbereitet“, sagt Christian Vetter und warnt: „Angesichts alternder Belegschaften sollten Unternehmer verstärkt in die Erhaltung der Arbeitskraft ihrer Angestellten investieren.“

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