Diverses Erstklassige Finanzkommunikation

Jedes Wort auf die Goldwaage legen - nirgends gilt diese Redewendung wohl so wörtlich, wie in der Finanzkommunikation. Lesen Sie, wie Sie durch die richtigen Strategien Vertrauen in ihr Unternehmen schaffen und neue Kapitalgeber gewinnen.

Finanzkommunikation bedeutet, Informationen über die geschäftliche Situation der eigenen Firma an Außenstehende zu geben. Die Adressaten sind vor allem die Finanzierungspartner (z.B. Banken, Kreditversicherer, Stille Teilhaber, Private-Equity-Geber), aber auch die Mitarbeiter.

Eine 2009 veröffentlichte Studie von Stephan Paul, Professor am Institut für Kredit- und Finanzwirtschaft an der Ruhr-Universität Bochum, zeigt, wie Finanzkommunikation wirkt: 700 Mittelständler und 300 Kapitalgeber, also Banken, Leasingfirmen oder Investoren wurden befragt. Ergebnis: Mit Offenheit und Transparenz verbessern Unternehmen die Beziehung zu ihren Kapitalgebern und erhalten eine breitere Auswahl an Finanzierungsofferten – mitunter auch zu niedrigeren Kosten.

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Über welche Informationen wird mit Kapitalgebern kommuniziert?

Neben den nackten Zahlen (Betriebswirtschaftliche Auswertung, Gewinn- und Verlustrechnungen sowie Bilanzen) sollten auch Angaben zur Strategie des Unternehmens oder Branchentrends zur Sprache kommen. Im Kern geht es darum, den Empfänger der Informationen ständig über die Lage des Unternehmens auf dem Laufenden zu halten und Einschätzungen und Ziele für die Zukunft zu formulieren. Dies dient vor allem dem Aufbau von Vertrauen zu Kapitalgebern.

Wie sieht gute Finanzkommunikation aus?

Der Wirtschaftswissenschaftler Stephan Paul hat in seiner Studie analysiert, wie Unternehmen, die sich zu einer aktiven Finanzkommunikation bekennen, diese in der Praxis umsetzen.

Aus den Ergebnissen lassen sich vier Grundsätze ableiten:
1. Ziele und Zielgruppen:
Unternehmer sollten klare Ziele für die Geschäftsentwicklung formulieren und nicht nur den Banken, sondern auch den Mitarbeitern unterbreiten. Stichwort: Intranet.
2. Inhalte:
Eine gute Finanzkommunikation enthält neben Zahlen und Fakten auch strategische Ausblicke, strukturelle Trends, langfristige Planung und Risiken.
3. Botschafter:
Die Unternehmensleitung engagiert sich persönlich im Kontakt mit den Kreditgebern.
4. Art und Weise:
Der Mix macht’s. Vom jährlichen Geschäftsbericht über monatliche Newsletter und ständigen Zugang zum Controlling-Bereich im firmeneigenen Intranet bis hin zu persönlichen Gesprächen ist alles eine Option.

Was kostet Finanzkommunikation?

Die Kosten bemessen sich am Arbeitsaufwand. Und wie bei der Ausgestaltung der Finanzkommunikation gilt hier: Ein Patentrezept gibt es nicht. Größere Firmen und börsennotierte Gesellschaften haben Personal, das nur für die Finanzkommunikation zuständig ist. In kleineren Unternehmen ist Finanzkommunikation dagegen oft Chefsache. Einige Unternehmer widmen täglich mehrere Stunden der Beziehungspflege zu ihren Banken. Andere beschränken sich auf eine mehrwöchige Phase einmal im Jahr.

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