Diverses Erstmals mehr Auswanderer als Heimkehrer

Immer mehr hoch spezialisierte Arbeitskräfte suchen wegen besserer Arbeitsbedingungen und Karriere-Chancen im Ausland ihr berufliches Glück. Wie das Wirtschaftsmagazin impulse (Ausgabe 8/2006) jetzt anhand einer Wanderungsbilanz auf der Basis aktueller Zahlen des Statistischen Bundesamtes ermittelte, verließen 2005 erstmals wieder seit 1991 mehr Menschen Deutschland als zurückkamen.

So wanderten laut impulse in den ersten elf Monaten des letzten Jahres
132.000 Menschen aus und nur 119.000 kamen zurück. Das besonders
Dramatische daran ist, dass von den Auswanderern jeder zweite unter 30 war,
wohingegen jeder fünfte Rückkehrer bereits die 50 überschritten hatte.

Den Trend des Verlustes von jungen hoch qualifizierten Talenten der deutschen
Wirtschaft bestätigt auch die Zentrale Arbeitsvermittlung für Auslandsjobs
(ZAV), bei der sich die Zahl der Vermittlungen binnen zwei Jahren auf 11.600
fast verdoppelt hat. Neu ist aber, dass jetzt auch Ingenieure, Facharbeiter und
IT-Fachkräfte ins Ausland wechseln. Besonders beliebt sind die Schweiz,
Österreich und die USA.

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DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun warnt im impulse-Interview deshalb auch
vor der Gefahr „einer weiteren Entindustrialisierung“ in Deutschland. Er geht
zudem davon aus, dass gerade die hoch qualifizierten Auswanderer schnell
feststellten, „wie wenig attraktiv Deutschland ist“. Der Staat solle endlich die
Verantwortung für die Zuwanderung von Fachkräften in die Hand der
Unternehmen legen. Deshalb plädiere er auch „für ein Zuwanderungsgesetz,
das sich am Fachkräftebedarf orientiert“.

Für Rückfragen:

Gerd Kühlhorn

Chefredaktion impulse

Tel. 0221/4908-0

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