Diverses „EU bremst den Aufschwung“

Professor Utz-Hellmuth Felcht, 57, ist Vorsitzender des Vorstands der Degussa AG, mit 47.000 Mitarbeitern Weltmarktführer in der Spezialchemie.

impulse: Herr Felcht, ist die geplante
EU-Chemikalienrichtlinie noch zu stoppen?

Felcht: Wir wollen die Richtlinie nicht verhindern. Sie muss allerdings grundlegend
überarbeitet werden. Denn diese Regelung
erfordert einen gewaltigen Verwaltungsaufwand
und bürdet den Unternehmen unverhältnismäßig
hohe Kosten auf. Das trifft kleine und mittlere Firmen besonders hart.

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Welchen Schaden würde die Richtlinie
anrichten, käme sie wie jetzt
geplant durch?

Sie bedroht die Existenz vieler Betriebe
und Arbeitsplätze besonders im Mittelstand.
Und sie könnte sogar den leichten
Wirtschaftsaufschwung in Deutschland
stoppen. Denn dann würden bis zu 40
Prozent der Anbieter von Chemikalien,
deren Jahresproduktion unter 100 Tonnen
liegt, vom Markt verschwinden, weil ihre
Produktion zu teuer wäre. Dieses Geschäft
machten dann Firmen außerhalb der EU, die nicht an so hohe Auflagen gebunden sind.

Wie kann das verhindert werden?

Ein praktikables Chemikalienrecht schaffen
– einfache Regeln, die jeder verstehen
und umsetzen kann, wären der richtige
und beste Weg zum Nutzen aller.

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