Diverses EU-Förderung: Versprechen gebrochen

EU-Kommissar Günter Verheugen will kleine und mittlere Unternehmen im globalen Wettbewerb stärken. Doch die Fördergelder räumen weiter die Großen ab.

Die Stimmung ist ganz unten bei Heiner Becker, Geschäftsführer der Aachener Spritzgießerei Structoform. Wenn er sich in jüngster Zeit um EU-Forschungsgelder bewarb, handelte er sich nur noch lapidare Absagen ein. Mal war der Antrag angeblich „zu wenig innovativ“, mal hieß es schlicht: „Gibt es schon anderswo in der EU“. Obwohl er um die Qualität seiner Vorhaben weiß, gibt Becker nun klein bei und hofft auf bessere Zeiten. „Vor Jahren war es schon sehr aufwendig, als Kleinbetrieb an Fördergeld zu kommen, heute ist es quasi unmöglich“, sagt er.

Die Augsburger Meteocontrol, die als 20-Mann-Betrieb mit Wetterdaten handelt, wagt zwar noch Anläufe in Brüssel, ist aber ganz bescheiden geworden. „Arbeitsaufwand und Erfolg stehen in keinem Verhältnis mehr“, sagt Geschäftsführer Gerd Heilscher. Früher habe er noch selbst die Initiative für Projekte ergriffen. „Wenn überhaupt, dann gehen wir jetzt im Unterauftrag großer Unternehmer oder Institute ins Rennen.“

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Die Szenen aus dem Firmenalltag zeigen: Der vom verantwortlichen EU-Kommissar Günter Verheugen ach so umsorgte und geförderte Mittelstand sitzt in Brüssel in Wahrheit am Katzentisch. Der immer und überall versprochene leichte Zugang zu Finanzmitteln ist eine Farce. „Für kleine und mittlere Unternehmen bleibt allen Sonntagsreden zum Trotz fast immer nur die Nebenrolle“, kritisiert der CDU-Europaabgeordnete Christoph Konrad: „Konzerne und Forschungseinrichtungen teilen den Förderkuchen weitgehend unter sich auf.“

Eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags DIHK deckte auf: Unternehmens-nahe Forschungsförderung heißt für die Kommission in erster Linie, Großprojekte anzuschieben. „Das schreckt kleine Firmen ab, und entsprechend unterrepräsentiert sind sie“, sagt Studienautorin Gabriele Rose.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 07/2006, Seite 28, nachlesen.

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