Diverses Exporte dämpfen Aufschwungsfantasien

Der deutsche Außenhandel kommt noch nicht auf Touren: Im Mai legen die Ausfuhren nur marginal zu. Volkswirte haben auf einen stärkeren Anstieg gesetzt - trotzdem erwarten sie, dass sich die Exportwirtschaft auf niedrigem Niveau erholen wird.

Die deutschen Exporte sind im Mai leicht gestiegen. Die Unternehmen verkauften 0,3 Prozent mehr ins Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Volkswirte hatten mit einem deutlich stärkeren Anstieg gerechnet. Im April waren die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt noch um fünf Prozent eingebrochen.

Die Daten dämpfen Hoffnungen auf einen raschen Umschwung. Die jüngsten Zahlen zu Auftragseingängen und Industrieproduktion beflügelten die Erwartungen auf eine Erholung.

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Ökonomen werteten die Daten trotzdem als Signal für eine Trendwende. „Das Auftragsplus der vergangenen drei Monate schlägt erst mit Verzögerung durch“, sagte Citigroup-Volkswirt Jürgen Michels. „Das spricht dafür, dass sich die Exporte in den kommenden Monaten erholen werden.“ Ein Exportboom sei aber nicht in Sicht.

Wie stark der Exportweltmeister immer noch unter der globalen Rezession leidet, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahresergebnis. Insgesamt wurden Waren im Wert von 60,7 Milliarden Euro exportiert – das waren 24,5 Prozent weniger als im Mai 2008. Von Januar bis Mai setzten die Unternehmen 23,3 Prozent weniger um.

Die Einfuhren gingen im Mai um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück. Insgesamt wurden Waren im Wert von 52,7 Milliarden Euro importiert. Das waren 22,7 Prozent weniger als im März 2008.

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