Diverses „Falsches Signal aus Berlin“

Interviewpartner im Februar ist Hans-Michael Korth, Präsident des Steuerberaterverbands Niedersachsen, Sachsen-Anhalt in Hannover. Außerdem Vizepräsident des Deutschen Steuerberaterverbands.

impulse: Schafft die Reichensteuer mehr soziale Gerechtigkeit?

Korth: Sie zeigt zunächst, wie wenig Verlass auf die Steuergesetzgebung ist. Denn damit nimmt Berlin Steuersenkungen teilweise zurück, die erst zu Beginn 2005 in Kraft getreten sind. Problematisch ist, dass diejenigen zusätzlich belastet werden, die ohnehin bereits über 50 Prozent der Einkommensteuer aufbringen. Gerade diese Steuerzahler sollte der Fiskus nicht verprellen. Denn sie sind finanziell besonders beweglich und größtenteils nicht an einen Ort gebunden.

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Verstößt die Extra-Steuer gegen das Grundgesetz?

Berlin will unternehmerische Einkünfte verschonen. Das ist mit Blick auf die hohe Belastung zu begrüßen. Die damit verbundene Differenzierung der Steuersätze könnte in der Tat verfassungswidrig sein. Falls Karlsruhe das so sieht, kommt jedoch die dringend notwendige große Steuerreform vielleicht schneller auf den Weg.

Top-Verdiener werden versuchen, die Reichensteuer zu umgehen. Freuen Sie sich als Steuerberater über neue Aufträge?

Wenn sich durch sinnvolle Maßnahmen Steu­ereinsparungen ergeben, werden wir dies unseren Mandanten empfehlen. Ich schätze, dass zum Beispiel verstärkt Auslandsinvestments überdacht werden. Denn die sind zur Abwehr der Reichensteuer ausgesprochen reizvoll.

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