Diverses Familienunternehmen beschließen „Wittener Haltung“

Deutschlands Unternehmer rechnen mit noch besseren Geschäften. Auf Europas bedeutendstem Kongress für Familienunternehmen an der Universität Witten/Herdecke zeigten sich Anfang Februar rund zwei Drittel der Unternehmer überzeugt davon, dass sich ihre wirtschaftlichen Aussichten in den kommenden fünf Jahren weiter verbessern.

Vor diesem Hintergrund verabschiedeten die rund 150 Firmenchefs erstmals fünf Leitsätze zur „Wittener Haltung“, die sich mit der Rolle der Familienunternehmen in Deutschland befasst, wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und welche besonderen Werte wie Verantwortung und Glaubwürdigkeit mit ihnen verbunden sind.

Zu den Teilnehmern zählten prominente Vertreter wie der Verleger Florian Langenscheidt oder Reinhard Zinkann, geschäftsführender Gesellschafter von Miele. Insgesamt vertraten die auf dem Kongress versammelten Firmeneigentümer einen Gesamtumsatz von 100 Milliarden Euro sowie eine halbe Million Mitarbeiter.

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Mit den neuen Leitsätzen wollen Deutschlands Familienunternehmer auch ein Signal nach Berlin senden, wirtschaftspolitische Entscheidungen nicht nur an börsennotierten Konzernen auszurichten, sondern die Rolle der inhabergeführten Firmen zu stärken.

Thesen der „Wittener Haltung“

These 1

Familienunternehmer sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und verstehen sich durch ihr langfristiges Engagement und ihre Verbundenheit zu ihren Mitarbeitern als glaubwürdige Botschafter und Garanten der sozialen Marktwirtschaft.

These 2

Familienunternehmen sind dauerhaft erfolgreich, wenn es gelingt, gemeinsame Werte für Unternehmen und Familien zu finden, daraus Regeln abzuleiten und glaubwürdig zu leben. Dazu gehört aber auch: Ab einer gewissen Gesellschafteranzahl ist ein Familienmanagement unabdingbar im Sinne eines positiven Austauschs und Verständigens auf gemeinsame Ziele.

These 3

Der Erfolg von Familienunternehmen hängt in hohem Maße von der Qualität der persönlichen Beziehungen zwischen allen Beteiligten (z. B. Mitarbeiter, Familie, Kunden, örtliche Gemeinde etc.) ab. Auch der Fremdmanager muss erfolgreich integriert werden.

These 4

Die alleinige Orientierung an den großen Publikumsgesellschaften stellt ein gesellschaftspolitisches Problem dar. Dagegen sollten die Familienunternehmer ein Leitbild setzen, das für Langfristigkeit, Verantwortung und gelebte Werte steht.

These 5

Familienunternehmer sollten den Mut haben, sich in die Öffentlichkeit zu wagen. Sie sollten sich nicht aus Angst vor der Neidgesellschaft verstecken. Aufgrund ihrer wirtschaftlichen und persönlichen Unabhängigkeit haben sie die große Chance, ein positives Unternehmerbild zu schaffen.

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