Diverses Fataler Euroanstieg

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Nie zuvor hat der Euro innerhalb einer Woche mehr an Wert gewonnen als in dieser. Zwischenzeitlich kletterte die Gemeinschaftswährung sogar auf 1,47 Dollar - ein gefährlicher Höhenflug, warnt impulse-Redakteur Holger Externbrink. Sein Kommentar zeigt: Egal was die Europäische Zentralbank auch tut, die Folgen wären fatal.

Auf den ersten Blick scheint es ein Grund zur Freude zu sein: Der Euro steigt wieder. In den letzten Wochen fast um 20 Prozent. Inzwischen notiert die Gemeinschaftswährung auf einem Höchststand von deutlich über 1,40 Dollar. Doch wer meint, dass dies an guten Aussichten der europäischen Wirtschaft liegt, der irrt. Vielmehr sind es die USA, die mit ihrer radikalen Zinspolitik den Euro zu neuen Höchstflügen animieren. Weil die dortige Notenbank Fed die Zinsen auf Null Prozent gesetzt hat, wird es für internationale Anleger wieder attraktiv in Europa Geld anzulegen, da hier die Zinsen noch höher liegen. Der Euro wird als Anlagewährung stärker gefragt und mithin steigt der Kurs. Der Dollar hingegen stürzt ab, weil die Fed auf Dauer eine Niedrigzinspolitik treiben will.

Für die europäische Konjunktur ist das natürlich eine Katastrophe. Denn Exporte werden durch einen starken Euro erschwert – genau das, was die europäische Wirtschaft nicht gebrauchen kann. Was also ist zu tun? Es ist ein wenig die Wahl zwischen Pest und Cholera. Erhöht die Europäische Zentralbank ebenfalls noch einmal kräftig die Zinsen, um den Export nicht weiter zu erschweren, riskiert sie mittelfristig eine Geldschwemme mit starken inflationären Gefahren. Tut sie nichts, stürzt die Wirtschaft vollends ab. Also doch: Zinsen noch weiter runter. Und sobald wie möglich die viele freie Liquidität wieder einsammeln.

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