Diverses Ferdinand, mir graut’s vor Dir!

Unberechenbar: VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch

Unberechenbar: VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch© dpa

Zum Glück haben wir die Finanzkrise: Wenn nicht alle Welt auf die "bösen Banker" achten würde, hätte die Tragikkomödie, die derzeit in Wolfsburg gegeben wird, noch mehr Zuschauer. Das Festspielhaus Autostadt bietet ein Spektakel, bei dem man nicht weiß, ob man weinen oder lachen soll, sagt impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer. In der Hauptrolle: Ferdinand Piëch.

Da kommt heute von der Börse die unglaubliche Meldung, dass die VW-Aktie um 89 Prozent gestiegen ist – 89 Prozent seit Freitag vergangener Woche. Und Porsche verkündet, bald schon mit einem Anteil von 75 Prozent Europas größten Autohersteller beherrschen zu wollen. Eine wahnsinnige Erfolgsgeschichte. Aber auch eine, die noch mit Vorsicht zu genießen ist. Denn das schöne Kartenhaus steht und fällt mit den Launen des Ferdinand P.

Das unternehmerische Sündenregister des heutigen VW-Aufsichtsratschefs ist mindestens so lang wie seine Namenszeile: Hon. Prof. Dr. techn. h.c. Dipl.-Ing. ETH Ferdinand K. Piëch. Erst vor wenigen Wochen fügte er ein weiteres Kapitel hinzu, als er gegen alle Absprachen im engsten Familienkreis einer VW-Aufsichtsratssitzung fernblieb und so die Einrichtung eines Gremiums ermöglichte, das die Clans rundweg ablehnen. Jetzt wenige Wochen und intensive Familiengespräche später heißt es, in der nächsten VW-Aufsichtsratssitzung werde Ferdinand Piëch wiederum die Auflösung dieses Gremiums beantragen. Wollen wir hoffen, dass er dieses Mal zur Aufführung erscheint und sich an die Regieanweisung hält. Ein schauriger Gedanke, dass der einzige wirkliche Lichtblick derzeit an der Börse, die VW-Aktie, auf so wackeligen Beinen steht.

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