Diverses Finanzkrise: Lasst die Kirche im Dorf

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse© Rudolf Wichert

Geht es Ihnen auch so? Überall, wo Sie hinkommen, gibt es nur ein Thema: die Turbulenzen an den Finanzmärkten. Der Bäcker redet von Krise, im Supermarkt sagt die eine Kundin zur anderen, dass man jetzt ja sein Geld zusammenhalten muss. Es kommen düstere Zeiten auf uns zu. Heißt es. Zu Unrecht, sagt impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer.

Niemand will die dramatischen Ereignisse an den Börsen der Welt schönreden oder die möglichen Auswirkungen auf unsere Unternehmen verharmlosen. Aber bitte schön: Lasst die Kirche im Dorf, Panikmache ist das Letzte, das wir uns erlauben können.

Sie wollen Beispiele, gerne: Als Beleg dafür, dass sich die deutsche Wirtschaft auf Talfahrt befindet, musste in den vergangen Tagen BMW herhalten. Die Bayern haben im September rund 14,6 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt. Schlimm? Natürlich. Aber kein Beleg für eine Wirtschaftskrise. In Ingolstadt vermeldete BMW-Konkurrent Audi dieser Tage den „besten September-Absatz aller Zeiten“ – mit einem weltweiten Plus von 12,3 Prozent, und selbst in Deutschland stieg der Verkauf um nahezu 21 Prozent.

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Heute Morgen berichteten die Kollegen vom Rundfunk über ein erneutes Erdbeben an der japanischen Börse, die wieder starke Verluste zu verkraften habe. Tatsächlich schloss der Handel in Tokio heute mit einem Minus von 0,5 Prozent. Wenn die Schwarzmalerei so weitergeht, können die Nationalbanker noch soviel Geld in den Markt pumpen, es wird nichts nützen. Heute hat EZB-Präsident Trichet Banker und Börsianer zur „Vernunft“ aufgerufen. Hoffentlich hören die den Hilferuf – bei all der Panik.

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