Diverses Finanzkrise: Letzte Hoffnung

Holger Externbrink leitet bei impulse den Bereich Geld

Holger Externbrink leitet bei impulse den Bereich Geld© Florian Schwinge

Der Plan der Bundesregierung zur Rettung des deutschen Finanzsystems steht: Der Staat soll Garantien für Kredite übernehmen, die sich die Banken untereinander gewähren. Außerdem sollen die Banken direkte Finanzspritzen zur Erhöhung ihres Eigenkapitals erhalten. Die Maßnahmen sind gut und richtig, sagt impulse-Redakteur Holger Externbrink. Aber: Reserven für schlechte Zeiten gibt es dann nicht mehr.

Jetzt werfen sie alles nach vorne. Die Bundesregierung hat in einer einzigartigen europaweit abgesprochenen Aktion ein Rettungspaket in Höhe von 400 Milliarden Euro auf die Beine gestellt. Damit soll ermöglicht werden, dass die Banken sich wieder gegenseitig Geld leihen und so der Finanzmarkt weiterhin funktioniert. Zur Not überlegt die Regierung auch, Banken teilweise zu verstaatlichen, wie in Großbritannien gerade geschehen.

Zweierlei überrascht: zum Einen die Größe des Rettungspaktes. 400 Milliarden Euro entsprechen fast dem Volumen des US-Paketes. Dies deutet daraufhin, dass in den Büchern der deutschen Institute noch deutlich größere Risiken schlummern als bisher gedacht. Schließlich ist der deutsche Finanzmarkt im vergleich zum US-amerikanischen wesentlich kleiner. Böse Überraschungen sind also nicht ausgeschlossen. Zum anderen ergibt sich aus diesem Volumen eine irrsinnige Belastung für den Bundeshaushalt.

Anzeige

Dass Bundesfinanzminister Steinbrück einen ausgeglichenen Haushalt inzwischen aufgegeben hat, überrascht da nicht. Dass damit dem Bund aber keine Mittel mehr bleiben werden, um der folgenden Phase der Krise, der Rezession oder zumindest der Stagnation, zu begegnen, sollte auch klar sein. Auf eine Bank mehr oder weniger kommt es nicht an. Wirklich schmerzhaft wird aber die konjunkturelle Talfahrt, wenn Konsumenten nichts mehr kaufen, Unternehmer nicht investieren und Mitarbeiter entlassen. Hoffentlich ist auch hierfür noch Pulver vorhanden. Das ist aber zu bezweifeln.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...