Diverses Finanzkrise: Rettung konzentrieren

Holger Externbrink leitet bei impulse den Bereich Geld

Holger Externbrink leitet bei impulse den Bereich Geld© Florian Schwinge

Der unbeirrbare Glaube an ihre Vorreiterrolle ist schon erstaunlich: Selbst in der größten Finanzkrise der letzten Jahrzehnte erwartet die USA, dass der Rest der Welt ihr folgt. Beim Aufräumen. Damit schießt die Bush-Regierung eindeutig übers Ziel hinaus, sagt impulse-Redakteur Holger Externbrink. Wieder einmal.

Über 700 Milliarden US-Dollar stellt die Regierung in Washington bereit, um die Folge der Finanzkrise zu beseitigen. Faule Kredite sollen mit dieser riesigen Summe den Banken abgekauft werden. De facto eine Verstaatlichung, der alle anderen Industriestaaten folgen sollen, wie US-Finanzminister Henry Paulson verlangt. Damit schießt die US-Regierung wieder einmal weit über das Ziel hinaus.

Dass es zum jetzigen Zeitpunkt wenig Alternativen zu einer solchen Rettungsaktion gibt, mag richtig sein. Doch darf man nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Die Krise nahm ihren Anfang bei amerikanischen Hypothekenbanken, die massenweise Immobilienkredite unters Volk brachten. Sie trifft vor allem US-Investmentbanken, die mit den komplizierten Wertpapieren, die sie aus den faulen Immobilienkrediten bastelten, lange Zeit gut Geld verdienten. Auch viele ausländische Banken haben diese Wertpapiere gekauft und tragen nun die Folgen in Form von Verlusten. Die eine oder andere Bank wird daran zerbrechen, doch steht – so wie es bisher aussieht – nicht das europäische Bankensystem auf der Kippe. Anders in Amerika. Dort wackelt das Finanzsystem bedenklich. Hier ist Hilfe nötig. Konzentrierte Rettung für Schiffbrüchige ist jetzt gefragt anstatt in jedem Hafen teure Rettungskreuzer zu stationieren.

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