Diverses Finanzkrise: Wie tief stürzt die deutsche Wirtschaft

© dpa

Der am Wochenende anstehende Krisengipfel der Bundesregierung ist eigentlich sinnlos, sagt Gerd Kühlhorn, stellvertretender impulse-Chefredakteur. Denn: Die Weltwirtschaft steht vor dem Abgrund - und wird den Exportweltmeister Deutschland mit in die Tiefe reißen. Sein Kommentar zeigt, warum die Politik daran nichts ändern kann.

Die Weltwirtschaft steht vor einem Abgrund: Das Milliardenprogramm zur Rettung der US-Automobilindustrie ist vorerst gescheitert. Die Entscheidung des US-Senats reißt die deutsche Wirtschaft mit hinab in den Krisen-Strudel. Der Dax in freiem Fall, vor allem Auto- und Banken-Werte schwerst angeschlagen. Gleichzeitig gehen Meldungen über den Ticker, Schaeffler fehlten zum Kauf von Continental vier bis sieben Milliarden Euro. Ex-Nasdaq-Chef Madoff soll Investoren um rund 50 Milliarden Dollar betrogen haben. Die Bank of America plant den Abbau von 35.000 Jobs.

Was die Meldungen miteinander zu tun haben? Allesamt Hiobsbotschaften von gewaltigem Ausmaß, jede von ihnen geeignet, für Monate die Schlagzeilen zu beherrschen – und doch ist es die Ausbeute nur eines Vormittags, des heutigen. Und noch etwas haben diese düsteren Botschaften gemein. Von Schaeffler bis zur Bank of America scheint es ein weiter Weg.

Anzeige

Tatsächlich aber wirkt jede dieser Nachrichten wie ein Dominostein, der gerade zu Fall gebracht wurde und jetzt eine Kettenreaktion auslöst. Die unterschiedlichen Stränge der fallenden Steine werden sich in den nächsten Tagen auf den vernetzten Wegen der globalisierten Wirtschaft treffen und sich in ihrer WIrlkung gegenseitig verstärken. Der geplante Krisengipfel der Bundesregierung an diesem Wochenende hat den zerstörerischen Kräften, die hier freigesetzt werden, nichts entgegen zu setzen. Die Weltwirtschaft steht vor einem Abgrund. Wer könnte tiefer stürzen als der Exportweltmeister Deutschland, Denk- und Schaltzentrale vieler weltweit operierender Unternehmen sowie einer der wichtigsten logistischen Knotenpunkte, der seinen ganzen Wohlstand dem Funktionieren der Weltmärkte verdankt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...