Diverses Finanzkrise: Zu früh gefreut

Ressortleiter Finanzierung + Vorsorge: Holger Externbrink

Ressortleiter Finanzierung + Vorsorge: Holger Externbrink© Florian Schwinge

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gibt sich optimistisch: Er sieht die weltweiten Finanzmärkte auf dem Weg der Besserung. Von einer dohenden Rezession will er nichts wissen - zu Unrecht, sagt Holger Externbrink, Ressortleiter Finanzierung + Vorsorge.

Ackermann lächelt wieder sein Siegerlächeln. „Die Krise ist vorbei, die Märkte stabilisieren sich“, macht der Deutsche Bank-Chef auf Optimismus. In den USA gebe es keine Rezession, die Häuserpreise würden sich schon im Laufe des Jahres 2008 wieder auf Normalmaß einpendeln. Ackermann ist immer schnell bei der Hand mit frohen Botschaften. Erinnert sei an sein Victory-Zeichen im Mannesmann-Prozess ein oder sein Beteuern, die Deutsche Bank werde unter der Finanzkrise kaum zu leiden haben. Beide Male hat er sich getäuscht. Diesmal wohl auch.

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Wenn die Krise wirklich zu Ende wäre, würde die Fed kaum die Zinsen weiterhin senken. Fed-Chef Bernanke würde kaum einen dringenden Appel an die US-Kongress richten, ein Notprogramm aufzusetzen, um Häuslebauer, die ihre Kredite nicht mehr tilgen können zu helfen. Und auch die EZB würde kaum weiterhin Milliarden billiger Euros in den Markt pumpen, um die Kreditzurückhaltung der Banken zu lösen.

Zwar hat sich insbesondere die europäische Wirtschaft als äußerst robust gezeigt, doch die Bremsspruren sind auch hierzulande – Stichwort: Wachstum nur noch bei 1,2 Prozent – deutlich zu spüren. Noch stehen die Zeichen auf Bremsen, der Vorwärtsgang muss erst noch eingelegt werden. Ackermanns Siegerlächeln kommt wieder mal zu früh.

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