Diverses Finger weg vom Überraschungs-Ei

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse© Rudolf Wichert

Kein Scherz: Die Kinderkommission des Bundestags erwägt, das Überraschungs-Ei zu verbieten - zum Schutz der Kinder, die nicht zwischen Spielzeug und Süßigkeit unterscheiden können. Ist das noch Verbraucherschutz? Nein, sagt impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer. Es ist ein weiterer Höhepunkt der staatlichen Regulierungswut - die auch Unternehmer zunehmend ertragen müssen.

Es ist Sommer, und natürlich wissen wir, dass im Sommerloch immer wieder die eine oder andere Sau durchs Dorf gejagt wird. Aber der Angriff der Politiker auf das Überraschungs-Ei, wie heute in der „Bild“-Zeitung zu lesen, geht einfach zu weit. Das sitzt in der Hauptstadt eine Kinderkommission des Bundestags und macht sich Gedanken, wie sich das Leben der Kinder dieser Republik noch schöner, besser, sicherer gestalten lässt. Und dann kommen solche Ideen heraus, wie beispielsweise Lebensmittel und Spielwaren in einem Produkt zu verbieten. Weil Kleinkinder daran ersticken könnten. Morgen folgt wahrscheinlich der Vorschlag, Schokolade ohne Verpackung zu verkaufen und Luftballons ganz zu verbieten, denn überall lauert Gefahr.

Das Schlimme an der Geschichte ist: Wir trauen den Politikern in Berlin inzwischen zu, dass sie es wirklich ernst meinen. Hinter solchen Vorschlägen versteckt sich die Überzeugung, dass der Staat besser als die eigenen Eltern weiß, wie Kinder zu schützen sind. Der Staat als oberste Instanz, ein Trend, der alles andere als spaßig ist. Und den auch die Unternehmer immer deutlicher zu spüren bekommen. Statt wirklich zu liberalisieren, wie immer versprochen, mischt sich der Staat zunehmend ein. Die Liste der firmen-unfreundlichen Aktionen reicht vom unsäglichen Antidiskriminierungsgesetz bis zu den ganz aktuellen Versuchen, über die Verschärfung des Außenwirtschaftsrechts den Unternehmen vorzuschreiben, welche ausländischen Kooperationspartner aus Berliner Sicht genehm sind. Statt immer strenger und autoritärer zu werden, sollte Vater Staat lieber mal wieder ein Überraschungs-Ei mit nach Hause bringen – und die Kinder einfach machen lassen.

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