Diverses „Firmen tun zu wenig für Familien“

Familienministerin Ursula von der Leyen verteidigt ihre neuen Ausgaben und erklärt, warum sie die Wirtschaft noch hintendran sieht.

impulse: Frau von der Leyen, Sie fordern seit Monaten mit Verve ein familienfreundliches Deutschland mit mehr Kindern ein. Gibt es schon Signale aus den Kreißsälen, wie fruchtbar Ihre Debatte bis dato war?

von der Leyen: (lacht) Bekanntlich dauert eine Schwangerschaft immer noch neun Monate … Aber ich bekomme für meine Arbeit unendlich viel
zustimmende Post und E-Mails. Und wenn ich im Land unterwegs bin, werde ich oft gerade von jungen Leuten angesprochen, die froh sind, dass die Debatte endlich in die richtige Richtung geht.

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Ist es überhaupt Aufgabe des Staates, sich in Familienplanung einzumischen und laut Nachwuchs zu fordern?

Es geht darum, dass wir heute die Weichen stellen, wie wir in Zukunft miteinander leben. Wenn wir uns ein kinderfreundliches Land wünschen, muss jeder seinen Beitrag leisten. Der Staat trägt Verantwortung für Chancengleichheit, und da gibt es in zweifacher Hinsicht eine Schieflage. Erstens sind die Chancen für junge Menschen, die Kinder erziehen, in diesem Land deutlich schlechter als für diejenigen, die keine Kinder wollen. Zweitens muss Politik gleiche Chancen für die Kinder herstellen, ihre Fähigkeiten und Talente zu entfalten, unabhängig von der sozialen Herkunft. Auch hier wissen wir um Defizite.

Das verwundert schon, denn der finanzielle Einsatz ist immens. Der Staat fördert Familien mit rund 100 Milliarden Euro im Jahr, wenn Schulen und Universitäten mit hineingerechnet werden, sind es sogar 240 Milliarden …

Wir erzielen mit relativ viel Aufwand einen relativ geringen Erfolg. Es haben sich im Laufe der Jahre zum Teil widersprüchliche Leistungen angesammelt, die oft mit der Gießkanne fördern, ohne vernünftige Schwerpunkte zu setzen. Andere Länder erreichen mit nicht mehr Geld mehr Wirkung. Sie haben mehr direkte Unterstützung der jungen Familie am Anfang, etwa durch ein Elterngeld, vielfältige Kinderbetreuung als Bildungsort für den guten Start ins Leben, und die Wirtschaft bietet Eltern Chancen im Berufsleben.

Setzt die große Koalition mit
dem Elterngeld und der steuerlichen Förderung von Kinderbetreuungskosten die Gießkannenpolitik fort? Hätte am Anfang nicht besser eine Generalrevision aller Instrumente gestanden?

Fast alle Wissenschaftler begrüßen, dass wir die neuen Maßnahmen zügig einführen, weil Deutschland hier nachweislich einen großen Nachholbedarf hat. Die Generalrevision der Familienförderung wird kommen. Allerdings kann man das, was in 40 Jahren gewachsen ist, nicht in vier Wochen entwirren. Zum Jahresende wird mein Haus das Konzept vorstellen, wie mit den vorhandenen Mitteln zielgerichteter vorgegangen werden kann.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 07/2006, Seite 36, nachlesen.

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