Diverses Flotten-Gewinne

Mehr Sicherheit, Top-Renditen und hohe Steuervorteile - ein neues Fondskonzept für Schiffe macht bei privaten Investoren Furore.

Der Welthandel brummt. Mit jeweils sieben Prozent Zuwachs rechnet das Kieler Institut für Weltwirtschaft in diesem und im nächsten
Jahr. Davon können auch deutsche Anleger profitieren. Wenn sie über Fonds etwa in Containerschiffe oder Tanker investieren – und damit praktisch eine Wette auf die Entwicklung
des Welthandels abschließen.

Doch das Risiko lässt sich neuerdings begrenzen. Für stärker sicherheitsorientierte
Investoren offeriert die Fondsbranche jetzt Zweitmarktfonds. Hier investieren die Profis
nicht direkt in einige wenige Schiffe.
Stattdessen kaufen sie Anteile an klassischen
Schiff sfonds. Auf diese Weise sind Anleger indirekt an einer Vielzahl von Schiffen beteiligt. Die Renditen können sich sehen lassen.
„Seriöse Anbieter rechnen mit sechs
bis acht Prozent“, berichtet Thomas Pohlig, Vermögensverwalter bei Habbel, Pohlig & Partner in Wiesbaden. Der Experte beobachtet und analysiert die Märkte für geschlossene Fonds seit fast 20 Jahren. Die Ausschüttungen sind für die Anleger
weitgehend steuerfrei, weil die Fonds durchweg für die günstige Tonnagesteuer
optiert haben. Zum Vergleich: Bundesanleihen (zehn Jahre Laufzeit) bringen knapp vier Prozent, und davon kassiert das Finanzamt in der Spitze fast die Hälfte mit.

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Gute Risikostreuung

impulse hat beispielhaft drei vielversprechende
Offerten ausgewählt – unterstützt von
Vermögensverwalter Pohlig: „Solide kalkulierte Angebote sind eine gute Beimischung für größere Portfolios.“

Fonds dieser Machart eignen sich für Anleger, die unternehmerische Risiken zwar nicht scheuen, aber dennoch gerne die eine oder andere Sicherung einbauen. Für sie ist beruhigend, dass sie bei einem Zweitmarktfonds nicht alles auf eine Karte setzen müssen. Beispiel Maritim Invest IX:
In diesem Fonds stecken Beteiligungen gleich an 80 bis 120 verschiedenen Schiffen. Beim Ankauf achtet das Maritim-Management nach eigener Aussage auf eine ausgewogene
Mischung in den unterschiedlichen Alters- und Größenklassen. Zwecks guter Risikostreuung.

Außerdem vermeiden praktisch alle Zweitmarktfonds die Fokussierung etwa auf Container- oder Kühlschiffe, auf Tanker oder Massengutfrachter. Stattdessen sind durchweg alle Schiffstypen vertreten. Heißt für
Anleger: „Sie können mit stabileren Erträgen kalkulieren“, urteilt der Münchner Steuerberater und Fonds-experte Wolfgang Schmidt-Gorbach. Sicherheit verspricht auch die Marktsituation. Der Boom in Indien und
China mit annähernd zweistelligen Wachstumsraten heizt die Nachfrage nach Tonnage mächtig an. Die auf maritime Investments spezialisierte Londoner Beratungsfi rma Drewry etwa erwartet bis 2010 ein jährliches Wachstum im Containerumschlag von zehn Prozent. Auf den wichtigsten Schifffahrtsrouten zwischen Europa und Fernost ist in den nächsten
zehn Jahren mit einer Verdopplung der Umschlagszahlen zu rechnen. Gute Aussichten auch für Engagements bei Tankschiffen. Dafür sorgt der unverändert große Energiebedarf
in China und in den asiatischen
Schwellenländern.

Vorteil Tonnagesteuer

Steigende Umsätze und Gewinne der
Schifffahrtsgesellschaften versprechen
ordentliche Erträge für Anleger. Und die gibt es praktisch steuerfrei. Denn das Finanzamt bedient sich nicht am tatsächlichen Gewinn der Schiffe. Der Fiskus kassiert lediglich eine geringe Pauschalsteuer, die sich nach der
Größe der Schiffe richtet. Zwischen 23 und 92 Cent werden jährlich für 100 Nettotonnen fällig (Tonnagesteuer). Von den versprochenen sechs bis acht Prozent Rendite gehen im Schnitt nur 0,2 Prozentpunkte für den Fiskus ab. Beim Anleger kommen also
pro Jahr 5,8 bis 7,8 Prozent auf die Anlagesumme an – eine Top-Rendite für private Investoren. Im Vergleich dazu müssten voll steuerpflichtige Investments
schon mehr als zehn Prozent abwerfen.

Zwar sind Investments in Schiffe auf Dauer angelegt. Gleichwohl kann kein Anleger absehen, ob er während der Laufzeit der Fonds über neun bis zwölf Jahre sein Geld nicht plötzlich für andere Zwecke benötigt. Wer seine Kapitaleinlage zu Geld machen
will, hat jedoch kaum Probleme. „Wegen
der anhaltend guten Nachfrage ist der Ausstieg aus Zweitmarktfonds für Schiffe praktisch jederzeit möglich“, erklärt Experte Pohlig. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Kaufinteressenten sind entweder andere Anleger oder die Zweitmarktfonds selbst. Und sie zahlen durchweg ordentliche Preise. Derzeit wechseln Fondsanteile oft sogar über pari den Investor. Das bedeutet schöne Verkaufsgewinne. Nach Ablauf von zwölf
Monaten Spekulationsfrist zudem völlig steuerfrei.

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