Diverses Flüssigkeiten in zwei Jahren wieder an Bord erlaubt

Passagiere kennen das: Beim Einchecken wird noch schnell das Wasser getrunken oder die volle Flasche weggeworfen. Denn mitgebrachte Getränke sind an Bord nicht erlaubt. Damit ist bald Schluss.

Zwei Jahre müssen Flugpassagiere noch damit leben, dass sie keine Flüssigkeiten in größeren Mengen mit an Bord nehmen dürfen. Dann sollen sie wieder Cremes, Gels und Wasserflaschen mit an Bord nehmen dürfen, die aus Sicherheitsgründen seit 2006 verbannt sind. Das kündigte Raymond Benjamin an, Generalsekretär der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO).

Ein entsprechendes Abkommen zur Verbesserung der Sicherheit an den Flughäfen wollen am Dienstag die ICAO, die Europäische Union, die Bundesluftfahrtbehörde der USA (FAA) und die Internationalen Flug-Transport-Vereinigung (IATA) unterzeichnen, berichten kanadische Medien.

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Zur Verbesserung der Sicherheit sollen neue Anlagen installiert werden, die Sprengstoffe in Wasserflaschen, Make-up oder Zahnpasta entdecken sollen. Die meisten Sicherheitskontrollen auf Flughäfen sollen über die neue Ausrüstung bis 2012 verfügen, hieß es. Die ICAO hat 190 Mitgliedsstaaten.

Bisherige Gepäckkontrollen erkennen nur Metalle und feste Sprengstoffe. Künftige Geräte sollen auch Flüssigsprengstoff identifizieren. Entsprechende Tests sind Medienberichten zufolge beispielsweise am Frankfurter Flughafen gelaufen.

Die Sicherheitstechnik an Airports wandelt sich, auch andere Geräte werden aktuell getestet. So sind am Hamburger Flughafen seit Montag zwei Körperscanner probeweise im Betrieb. Auslöser des Vorstoßes ist der vereitelte Sprengstoffanschlag eines Nigerianers auf ein US-Passagierflugzeug Ende 2009. Der Mann hatte den Sprengstoff in seiner Unterhose versteckt.

Noch sind die neuen Geräte nicht angeschafft

Beim Flughafenbetreiber Fraport ist man erfreut, dass das Flüssigkeitsverbot in absehbarer Zeit aufgehoben wird. „Wir begrüßen Änderungen, die den Passagieren mehr Komfort bieten, wenn die Sicherheit gleich bleibt oder sogar noch verbessert wird“, sagte ein Sprecher impulse.de

Für Passagiere seien die aktuellen Regeln mit Aufwand verbunden. Menschen, die nicht so häufig fliegen, sei oft nicht klar, was man mit an Bord nehmen dürfe und was nicht. Auch den Transport einiger erlaubter Artikel in durchsichtigen Plastikbeuteln empfänden viele als zusätzlichen Aufwand.

Noch ist aber unklar, wann genau die neuen Geräte angeschafft und an deutschen Flughäfen aufgestellt werden. Auch über mögliche Fabrikate ist noch nichts öffentlich bekannt. Diese Entscheidungen fällt das Bundesinnenministerium. Schließlich sind die Sicherheitskontrollen am Airport generell Sache der Bundespolizei. Flughafen-Mitarbeiter oder Beschäftigte externer Sicherheitsfirmen kontrollieren die Passagiere im Auftrag der Behörde.

Neuartige Geräte sollen zuverlässig zwischen Flüssigsprengstoff und harmlosen Substanzen wie Cola, Parfüm oder Shampoo unterscheiden können. Für solche Apparate sind standardisierte Detektionsverfahren und Prüfroutinen für Flüssigexplosivstoffe festgelegt.

Je nach Szenario erfordert das individuelle Testmethoden und Systeme: Müssen beispielsweise geöffnete Flaschen geprüft werden, so detektieren Sensoren die Dämpfe. Soll die Gepäckkontrolle hingegen ungeöffnete Flaschen in einer Wanne scannen, werden etwa Röntgengeräte eingesetzt.

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