Diverses Formel 1 vor der Spaltung

Die Teamvereinigung Fota will im Streit mit dem Weltverband Fia um die freiwillige Budgetobergrenze nicht nachgeben und hat eine eigene Rennserie angekündigt. Eine Entwicklung, die das Ende der bisher bekannten Formel-1-Serie bedeuten würde.

„Diese Teams haben keine andere Alternative, als mit den Vorbereitungen für eine neue Meisterschaft zu beginnen, die die Werte ihrer Teilnehmer und Partner widerspiegelt“, teilten die acht Rennställe um Wortführer Ferrari in einer am Freitag veröffentlichten Presseerklärung mit.

Zuvor hatten sich die Vertreter der Fota (Formula One Teams Association) in der Nähe von Silverstone getroffen, wo am Sonntag der Große Preis von Großbritannien gestartet wird. Die Teams wollten noch einmal über die jüngsten Vorschläge von Fia-Chef Max Mosley beraten. Allerdings war Mosley nicht von seiner Bedingung abgerückt, dass die Teams sich erst vorbehaltlos in die Starterliste für die Formel-1-Saison 2010 eintragen sollten, ehe über eine Lösung des Konflikts um die Budgetobergrenze von 45 Millionen Euro verhandelt werden könne. Darauf ließen sich Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Brawn GP, Toyota, Red Bull, Toro Rosso und Renault nicht ein. Sie zogen ihre Nennung für die WM 2010 zurück.

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Die Fia (Fédération Internationale de l’Automobile) nahm die Ankündigung zur Kenntnis und warf den rebellierenden Rennställen mangelnde Kompromissbereitschaft vor: „Die Fia ist enttäuscht, aber nicht davon überrascht, dass die Fota nicht in der Lage war, einen Kompromiss zu erzielen. Es ist eindeutig, dass gewisse Teile der Fota im Zuge der Verhandlungen nie die Absicht hatten, eine Einigung zu erzielen.“ Die Fia könne „sich nicht die Regeln für die Formel 1 vorschreiben lassen“, hieß es weiter.

Die Fia ist der Dachverband des internationalen Motorsports und die Vereinigung der weltweit führenden Motorsportorganisationen. Gegründet wurde sie 1904. Hauptsitz ist Paris, Präsident ist Max Mosley. In der Fia sind nach eigenen Angaben 219 nationale Organisationen aus 130 Ländern vereint. Sie repräsentiert damit rund 100 Millionen Mitglieder. Die Fia erstellt für die unterschiedlichen Klassen das Reglement und überwacht die Einhaltung der Regeln, zum Beispiel für die Formel 1, die Rallye-WM und Tourenwagen-Weltmeisterschaft. In der Formel 1 hat die Fia die Aufgabe, das sportliche und technische Reglement zu erstellen und zu überwachen.

Die Fota gründete sich im September 2008 in Monza. Präsident ist Fiat-Präsident und Ferrari-Chef Luca di Montezemolo aus Italien. Ziel der Rennställe ist es, mit Hilfe der Interessenvertretung ihre Position gegenüber dem Internationalen Automobilverband Fia als Sportbehörde und den Rechteinhabern um Bernie Ecclestone zu stärken. So soll die Fota den Teams die Mitsprache bei Regeländerungen, der Vermarktung der Rennserie und der Verteilung der Einnahmen sichern. Williams und Force India wurden nach ihrer vorbehaltlosen Nennung für die WM 2010 als Mitglieder ausgeschlossen.

Am Freitag soll bis 19.00 Uhr MESZ die endgültige Starterliste für das kommende Jahr von der Fia veröffentlicht werden. Somit stehen erst fünf Teams für die Formel-1-WM im kommenden Jahr fest. Mosley will 13 Rennställe dabei haben.

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