Diverses Franjo geht baden

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse© Rudolf Wichert

Swimmingpools sind gefährliche Fallgruben, findet impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer. Sein heutiger Kommentar gilt den Badebildern des Düsseldorfer Pleitiers Franjo Pooth, der trotz unbezahlter Rechnungen einen Luxusurlaub genießt.

Franjo Pooth, Ex-Promi-Unternehmer und mutmaßlicher Steuersünder, hätte es wissen müssen: Swimmingpools sind eine gefährliche Angelegenheit. Rudolf Scharping hätte ihm das sicherlich genau erklären können. Schließlich flog der frühere Kanzlerkandidat der SPD vor einigen Jahren auch deshalb als Verteidigungsminister aus der Regierung, weil er sich mit seiner Lebensgefährtin Gräfin Pilati-Borggreve im Pool hatte ablichten lassen – während seine Soldaten auf dem Balkan weit weniger Grund zur Freude hatten.

Die Aufregung über Pleite-Macher Franjo, der sich mit Ehefrau Verona im Luxusurlaub in Dubai vergnügt, wie die „Bild“-Zeitung am heutigen Freitag lang und breit berichtet, ist naturgemäß groß. Mehr als 460 Gläubiger von Pooths insolventem Elektroladen Maxfield sitzen jetzt in Deutschland auf unbezahlten Rechnungen. Darunter so mancher Banker, der es wohl verdient hat, auf den Düsseldorfer High-Society-Spross hereinzufallen. Aber auch viele Handwerker und kleinere Mittelständler sind betroffen. Sie haben geliefert, jetzt warten sie auf ihr Geld, sehen die Urlaubsbilder aus dem Luxus-Ressort und fragen sich: Wo leben wir eigentlich?

Anzeige

Muss nicht Verona, die mit falscher Grammatik und Spinat-Werbung Millionen verdient hat, für ihren Mann einstehen – und dessen Schulden bezahlen? Nein. Muss sie natürlich nicht. Dürfen Pleite-Unternehmer, die viele andere Firmenchefs und deren Familien in Existenznöte getrieben haben, Urlaub machen? Ja. Natürlich dürfen sie. Aber bitte nicht so. Wenn intelligente Menschen in einer solchen Situation dermaßen dreist auf den Gefühlen anderer herumtrampeln, tut das fast weh. Zumindest dem Werbeprofi Verona hätte ich mehr Gespür für den Ernst der Lage zugetraut.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...