Diverses Frohes Fest!

Die verbesserte konjunkturelle Lage in diesem Jahr trägt dazu bei, die Feierlaune der Chefs zu steigern. Veranstaltungsagenturen beobachten bei Mittelständlern aus allen Branchen ein wachsendes Interesse an ungewöhnlichen Orten und Konzepten für die Weihnachtsfeier.

Eine sorgfältig geplante Weihnachtsfeier ist für die Mitarbeiter ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung ihrer Arbeit. Grund genug für viele Unternehmer, sich bei der Gestaltung des Festes richtig ins Zeug zu legen. Die verbesserte konjunkturelle Lage in diesem Jahr trägt zusätzlich dazu bei, die Feierlaune der Chefs zu steigern.
Veranstaltungsagenturen beobachten bei Mittelständlern aus allen Branchen ein wachsendes Interesse an ungewöhnlichen Orten und Konzepten für die Weihnachtsfeier.

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Einfach abenteuerlich

Ob Schneeschuhwanderung, Skilanglauf oder Schnitzeljagd – viele Chefs mögen es auch zu Weihnachten lieber sportlich. Outdoor-Events verbinden das fröhliche Beisammensein mit anspruchsvollen Teamaktivitäten in freier Natur. Eine vom Nikolaus geführte Fackelwanderung und Glühwein im Lapplandzelt gehören in der Regel auch zum Programm. Mittlerweile bieten Veranstalter solche Aktivitäten im ganzen Bundesgebiet an. Eine Chance auf Schnee allerdings gibt es vor allem in den südlichen Bundesländern. Die Preise variieren, je nachdem, wie das Event aussehen soll. Die günstigsten Veranstaltungen beginnen bei etwa 30 Euro pro Person.

Beispiel: Trapper Christmas von FP Sportreisen, Incentive & Event (bundesweit) unter www.fp-sportreisen.de

Einfach edel

Eine Weihnachtfeier ist für das Unternehmen Anlass, sich selbst zu feiern. Da darf Glanz und Glamour nicht fehlen. Gerade größere Unternehmen setzen mit der Gestaltung ihrer Weihnachtsfeier gerne ein Zeichen. Ein großes, spektakuläres Fest signalisiert: Ein erfolgreiches Jahr ist zu Ende gegangen. Bei der Gestaltung dieser Feiern folgen die großen Catering-Unternehmen den neuesten Trends. In diesem Jahr swingt es in Deutschland. Inspiriert von den ausschweifenden Partys der 20er und 30er Jahre bieten Event-Caterer ihren Kunden Bigband, Gold und Glitter, Champagner und Haute Cousine. Der Preis der Veranstaltung hängt von der Anzahl der Gäste und den gewünschten Extras ab, beginnt bei etwa 180 Euro pro Person.

Beispiel: Gold and Glamour Swing Night von Kofler & Company (bundesweit) unter www.kofler-company.de

Einfach maritim

Ein Segelschiff bietet einer kleineren Belegschaft ausreichend Platz zum Feiern. Wer will, kann an Bord Seeluft schnuppern und sogar beim Segelsetzen helfen. Unter Deck erwartet die Gäste meist ein steifer Grog und ein Büffet. Viele Agenturen vermitteln Segeltörns, die Schiffe können aber auch direkt beim Skipper gechartert werden. Auf Nord- und Ostsee, vielen größeren Flüssen oder auch im holländischen Ijsselmeer stechen Windjammer und Motorboote regelmäßig für Weihnachtsfeier in See. Die Preise für einen Tagestörn beginnen bei 69 Euro pro Person.

Beispiel: Tagestörn auf dem Windjammer Mare Frisium auf der Elbe (bei Hamburg) von Nord Event unter www.nordevent.de

Einfach filmreif

Auch wenn der Unternehmer mit diesem Vorschlag anfangs oft skeptische Blicke von der Belegschaft erntet – in der Regel macht der Dreh eines eigenen Videos richtig Spaß. Das Drehbuch entwickelt der Chef gemeinsam mit der Produktionsfirma. Kurze Geschichten, die durchaus Bezug zum eigenen Unternehmen aufweisen können. Ein- oder mehrtägige Drehs sind möglich, das Filmteam kommt zum gewünschten Set. Je nach Angebot bringen die Veranstalter Kostümbildner und Visagistin gleich mit. Wenn mit dem Drehen zeitig begonnen wird, kann der Film in der Regel noch am selben Abend von allen gemeinsam angesehen werden. Angebote mit wenig aufwendiger Ausstattung (meist ohne Kostüme) ab 90 Euro pro Person, sonst ab 230 Euro.

Beispiel: Kann Film von Archipel Videoproduktion (bundesweit) unter
www.archipel.de

Einfach lecker

Warum ein Restaurant besuchen, wenn Chef und Belegschaft auch selber kochen können? Über dampfenden Töpfen kommen Kollegen ganz gemütlich ins Gespräch. Ein gelernter Koch steht mit Rat und Tat zur Seite. Für Hobbyköche die Chance, sich den einen oder anderen Tipp abzuschauen und selbst Kochmuffel zieht es nach einiger Zeit zu den Kollegen an den Herd. Selbstverständlich wird das gemeinsam gefertigte Weihnachtsmahl anschließend in entspannter Runde verkostet – um den Abwasch kümmert sich derweil der Veranstalter. In den meisten größeren Städten gibt es Veranstalter, die zum selber Kochen einladen, die Angebote beginnen bei 50 Euro pro Person.

Beispiel: Das Weihnachts-Gourmet-Menü im Kulinarischen Salon in Berlin unter www.kulinarischersalon.de

Einfach persönlicher

Bei der Weihnachtsfeier stehen die Angestellten im Mittelpunkt. Eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Idee, um Mitarbeitern seinen Dank auszusprechen: Der Chef lädt die Belegschaft zu sich nach Hause ein. Die Angestellten werden sich freuen, den Chef auch privat kennen zu lernen und wissen diese Geste der Verbundenheit sicher zu schätzen. Ein sorgfältig geschmücktes Haus und ein festliches Essen runden den Abend ab. Damit der Chef nicht selbst in der Küche stehen muss, sondern sich seinen Gästen widmen kann, ist ein Catering-Unternehmen oder ein gemieteter Koch eine gute Idee. Ein einfaches Büffet beginnt bei 26 Euro pro Person, mit warmen Hauptgang ab 42 Euro.

Beispiel: Event-Catering von Kunz-Mahl Köln unter www.kunz-mahl.de

Auf der nächsten Seite lesen Sie, wie Sie auch bei ausgefallenen Festen immer auf der sicheren Seite stehen.

Die Versicherung zum Fest

Prinzipiell sind die Mitarbeiter während der Weihnachtsfeier versichert. Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz umfasst nicht nur die Arbeit selbst und den Weg dorthin, sondern auch Betriebsfeste wie die Weihnachtsfeier, bestätigt der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG). Dies gilt auch, wenn der Unternehmer besonders originell feiern will und sich und seine Mitarbeiter bei einem Outdoor-Event oder einem Segeltörn unter Umständen einem höheren Verletzungsrisiko aussetzt.

Bei einem Unfall übernimmt die Versicherung die Kosten für Behandlung, Rehabilitation und Pflege, zahlt in schweren Fällen auch eine Rente. Voraussetzung: Die Veranstaltung wird von der Unternehmensleitung gebilligt und gefördert. Der Chef (oder ein Stellvertreter) muss also mitfeiern. Erklärt er die Veranstaltung für beendet (oder ist von vornherein ein Schlusspunkt festgesetzt), endet der Versicherungsschutz für die Angestellten.

Wichtig zu wissen: die gesetzliche Versicherung schützt nur Festangestellte. Mitarbeiter, die sich in einem angestellten-ähnlichen Arbeitsverhältnis befinden (Pauschalisten oder feste Freie) sind von der Regelung ausgenommen. Auch Familienangehörige oder Gäste sind während der Weihnachtsfeier gesetzlich nicht unfallversichert.

Der HVBG weist auf weitere Einschränkungen hin: Wenn sich die Mitarbeiter selbstgeschaffenen Gefahren aussetzen, erlischt der Versicherungsschutz. Gemeint ist dabei vor allem übermäßiger Alkoholkonsum. Wer bei der Weihnachtsfeier zu tief ins Glas schaut und anschließend selbst nach Hause fährt, trägt das Unfall-Risiko allein. Fahrgemeinschaften sind auf jeden Fall die bessere Alternative.

Je nachdem, was für eine Veranstaltung der Unternehmer plant, sind einige Sonderregelungen zu beachten: Artet die Weihnachtfeier in ein Sportereignis mit Wettkampfcharakter aus, bewegt sich die Veranstaltung leicht in der rechtlichen Grauzone. Für organisierte Turniere gilt der Versicherungsschutz nämlich nur bedingt.

Ebenfalls zu beachten: Voraussetzung für den gesetzlichen Unfallschutz ist, dass die Veranstaltung allen Mitarbeitern offen stehen muss. Entscheidet sich der Chef für eine Skitour, eine Abenteuer-Wanderung oder andere Aktivitäten, die
ein Mindestmaß an körperlicher Fitness voraussetzen, sollte er sicherstellen, dass daran wirklich alle Mitarbeiter teilnehmen können. Werden aufgrund ungewöhnlicher Anforderungen Teile der Belegschaft ausgeschlossen, endet auch der Versicherungsschutz.

Im Zweifelsfall sollten Unternehmern vor Festbeginn mit ihrem Versicherungsträger sprechen – damit sie und ihre Mitarbeiter auch bei ungewöhnlichen Weihnachtsfeiern auf der sicheren Seite stehen.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, was Sie Sie bei der Planung der Weihnachtsfeier beachten sollten.

Das Finanzamt feiert mit

Text: Raimund Diefenbach

Bei der Suche nach der originellsten Weihnachtsfeier sollten Unternehmer eines nicht vergessen: das Finanzamt. Die Beamten interessieren sich weniger für gute Stimmung oder ungewöhnliche Orte, als vielmehr für die Kosten der Veranstaltung: Bei 110 Euro pro Kopf ist nämlich Schluss. Gibt der Chef auch nur einen Cent mehr aus, muss er für die gesamte Veranstaltung Lohnstuer zahlen.

Diese Summe muss alles abdecken. Dazu zählen: der äußere Rahmen (etwa Saal, Musik), die Verpflegung, die Kosten für den Transport, Eintrittskarten für kulturelle oder sportliche Veranstaltungen sowie kleine Geschenke für die Mitarbeiter. Lädt der Chef Ehegatten und Kinder seiner Angestellten mit ein, dürfen die beim Ermitteln der Pro-Kopf kosten nicht mitgerechnet werden. Ebenso wenig Mitarbeiter, die wegen Krankheit fehlen.

Ein Blick in die Preisliste von angesagten Ausflugslokalen oder Eventagenturen zeigt rasch, dass die Freigrenze nicht gerade üppig bemessen ist. Ein Unternehmer zog daher vor Gericht und argumentierte, dass die Freigrenze seit 1993 nicht erhöht worden sei – trotz inzwischen deutlich gestiegener Kosten. Ohne Erfolg: 110 Euro sind nach wie vor angemessen, befand der Bundesfinanzhof (Aktenzeichen VI R 151/00).

Einziger Ausweg: Unternehmer, denen Teamgeist und Motivation mehr als 110 Euro wert sind, kalkulieren von vornherein die Lohnsteuer mit ein. Und zwar mit pauschal 25 Prozent der Kosten. Die einzelnen Mitarbeiter brauchen sie damit nicht zu belasten. Zum Trost: Sämtliche Ausgaben für die Weihnachtsfeier sind absetzbar – pauschale Lohnsteuer inklusive.

Die Dauer der Veranstaltung darf die Beamten dagegen nicht interessieren. Egal. ob die Weihnachtsfeier einen, zwei oder mehrere Tage dauert: Das Finanzamt darf deswegen keine Lohnsteuer kassieren. So entschied der Bundesfinanzhof (Aktenzeichen VI R 151/99) im Sinne feierfreudiger Unternehmer.

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