Diverses Frühwarnsignale

Erst sinkt die Bonität nur langsam, dann geht’s immer schneller in Richtung Pleite. Wer seine Kunden im Blick hat, kann das Ausfallrisiko verringern.

Rund 33000 Firmeninsolvenzen werden 2006 zu verzeichnen sein, schätzt der Finanzdienstleister Creditreform. Und die meisten kommen überraschend. Wer Außenstände bei einer Pleitefirma hat, muss diese häufig abschreiben – zumindest große Teile der Forderung. Lücken­losen Schutz gegen derlei Forderungsausfall gibt es zwar nicht. Aber Auskunfteien wie Creditreform können helfen, das Ausfallrisiko zu verringern. Eine Analyse des Neusser Unternehmens ermöglicht es jetzt sogar, die Wahrscheinlichkeit einer bevorstehenden Kundeninsolvenz vorherzusagen.

Damit können Lieferanten nun rechtzeitig die Notbremse ziehen und versuchen, ihr Geld zu sichern. Immerhin entstehen durch Insolvenzen von Unternehmen und Privatpersonen 2006 Schäden von schätzungsweise 35 Milliarden Euro. Die Insolvenzanalysten ermittelten: Wie viele Unternehmen, die vor einem Jahr in eine der sechs Bonitätsklassen (von ausgezeichneter bis sehr schwacher Bonität) eingestuft waren, haben zwölf Monate später den Gang zum Konkursgericht antreten müssen? Ergebnis: Von Firmen mit mittlerer Bonität waren ein Jahr später knapp zwei Prozent pleite, von den Firmen mit sehr schwach­er Bonität überlebten 15,31 Prozent die folgenden zwölf Monate nicht. Kurzum: Je stärker eine Firma bereits angeschlagen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie endgültig insolvent wird. Andererseits gelingen aber auch immer wieder Turnarounds. So konnten von den Firmen mit schwacher Bonität mehr als zehn Prozent ihre Risikoeinstufung binnen Jahresfrist verbessern. Mit der anhaltenden Verbesserung der Konjunktur dürfte die Quote der Geretteten steigen.

Anzeige

Weitere Artikel aus dem Ressort Management können Sie in der impulse-Ausgabe 12/2006, Seite 68, nachlesen.

Neugierig geworden, aber noch kein Heft-Abonnent? Dann Geschenk auswählen und online abonnieren

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...