Diverses Fünf Fragen an Christoph Henkel

Christoph Henkel ist Mitglied im Gesellschafterausschuss der Düsseldorfer Henkel KGaA. Die Aktien des familiengeführten Konsumgüterunternehmens werden seit 1985 an der Börse notiert. Über einen Aktienbindungsvertrag hat sich die Familie den maßgeblichen Einfluss gesichert. Christoph Henkel ist Managing Partner der amerikanischen Immobilienfirma Canyon Equity. Er war auch Mitglied der Kommission, die unter Leitung von Professor Peter May den Governance-Kodex für Familienunternehmen entwickelt hat. impulse.de sprach mit ihm über das Familienreglement im Hause Henkel.

impulse.de: Wie viele Seiten umfasst der Kodex der Familie Henkel?

Christoph Henkel: Wir haben kaum schriftlich fixierte Regeln. Es gibt fast nur ungeschriebene Gesetze.

Anzeige

Dürfen Mitglieder der Familie im Unternehmen arbeiten?

Ja, aber wir haben dazu keine speziellen Vorschriften oder gar Privilegien. Wer bei Henkel arbeiten möchte, muss sich bewerben wie jeder andere Interessent. Zwar gibt es in der Familie zahlreiche Talente, aber als Zugangsberechtigung für einen Job reichen die Gene nun mal nicht aus.

Welche wichtigen Gremien neben dem Gesellschafterausschuss hat die Familie bei Henkel installiert?

Hier muss man unterscheiden zwischen den Organen der Henkel KGaA – das sind Geschäftsführung, Aufsichtsrat, Gesellschafterausschuss und Hauptversammlung – und den Gremien auf Familienseite. Eine wichtige Aufgabe hat das neunköpfige Familienkomitee. Das Komitee tritt drei- bis viermal im Jahr zusammen. Es hat eine beratende Funktion. Zum Beispiel hat das Komitee sich ausführlich mit der geplanten Erbschaftsteuerreform beschäftigt und Ratschläge für die Familie erarbeitet, wie man sich auf die Reform am besten einstellt.

Wo fallen die Entscheidungen der Familie?

Soweit die Firma betroffen ist, ist der Gesellschafterausschuss zuständig. Jeder unserer drei Familienstämme entsendet einen oder zwei Vertreter in dieses Gremium. Daneben gehören ihm einige externe Persönlichkeiten an.

Hat sich die Umwandlung der Gesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien bewährt?

Diese Rechtsform bietet Vorteile. So herrscht es bei uns sehr große Transparenz. Und beim Verkauf von Anteilen innerhalb der Familie kann es kaum Streit geben – die Aktien haben ihren Marktpreis.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...