Diverses Für Sparer oft ein Verlustgeschäft

Die Rürup-Rente wird vor allem von Freiberuflern und Unternehmern genutzt. Doch diese Form der Altersvorsorge bietet oft nur eine unzureichende Verzinsung, zeigen impulse-Berechnungen.

„Wenn ich aktuelle Angebote durchrechne, zeigt sich: Die Verträge sind unrentabel“, bilanzierte der Versicherungsmathematiker Axel Kleinlein im Interview mit impulse.

So befürchte er, dass die Renten zu gering sein werden, um eine angemessene Verzinsung auf den Kapitaleinsatz zu erhalten. Darüber hinaus kritisierte Kleinlein das „sehr starre“ Konzept der Verträge. „Wer weiß denn schon, ob er in 10 oder 20 Jahren
die fixen Beiträge immer pünktlich zahlen kann?“ Zudem sei es nicht möglich, an die
Ersparnisse bei Bedarf auch schon vor dem Ruhestand heranzukommen.

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Akzeptable Verzinsung nur bei langer Lebenszeit

Eine akzeptable langfristige Verzinsung erreichen Rürup-Versicherte oft nur bei einer
langen Lebenszeit. Dies zeigt eine Berechnung von Kleinlein für impulse für einen
typischen Vertrag, abgeschlossen im Jahr 2005. Demnach kommt ein Mann erst mit
fast 88 Jahren auf eine jährliche Rendite von 4,5 Prozent – vorausgesetzt, die
Versicherer erzielen die angenommene Überschussbeteiligung. Muss sich der
Ruheständler dagegen mit der garantierten Rente bescheiden, erreicht er diesen Satz
erst nach seinem 103. Geburtstag.

Voraussetzung für die Rürup-Altersbezüge ist die regelmäßige Einzahlung der Beiträge.
Da die Versicherten ihre Verträge aber nicht kündigen können, drohen bei finanziellen
Engpässen einschneidende Konsequenzen. Kann ein Versicherter
die Beiträge über einen Zeitraum nicht zahlen, werden die rückständigen Prämien meist
vom aufgebauten Deckungskapital abgezogen. Da zusätzlich oft noch eine üppige
Stornogebühr fällig wird, kann dies den Verlust der gesamten Ersparnisse bedeuten.

Steuerliche Förderung relativiert sich

Reizvoll ist die Rürup-Rente auf den ersten Blick vor allem durch die steuerliche
Förderung. So erhebt der Fiskus in diesem Jahr auf bis zu 13.600 Euro Einkommen
keine Steuern, wenn der Betrag in einen Rürup-Vertrag eingezahlt wird – ab 2025 sind
jährlich sogar bis 20.000 Euro an Beiträgen von der Steuer absetzbar. Die steuerlichen
Vorteile relativieren sich allerdings, sobald die Rente zur Auszahlung kommt. So
müssen Ruheständler bereits heute zwei Drittel ihres Einkommens versteuern, ab 2040
sind die kompletten Altersbezüge steuerpflichtig.

Mehr dazu lesen Sie in der Oktober-Ausgabe von impulse, ab 24. September 2009 im Handel erhältlich

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