Diverses Gastwirte ringen um Gäste

Mit Sonderangeboten wie günstigen Kindertellern oder Tagesgerichten sollen die von der "Teuro-Debatte" und Konsumflaute gebeutelten Gastwirte um Kunden kämpfen, rät der Branchenverband DEHOGA.

Mit Sonderangeboten wie günstigen
Kindertellern oder Tagesgerichten sollen die von der „Teuro-Debatte“
und Konsumflaute gebeutelten Gastwirte wieder um die Gunst ihrer
Kundschaft kämpfen. „Mit solchen Spezialaktionen könnten die
Restaurants wieder gefüllt werden“, rät die Geschäftsführerin des
Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Ingrid Hartges.
Angesichts der anhaltenden Umsatzeinbrüche sei es notwendig, mit
kreativen Angeboten die Gäste zu umwerben, sagte sie in einem
Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Die hessischen Gastronomen klagen bereits seit Oktober über
nachlassende Erlöse. Von Januar bis Mai 2002 setzten sie real acht
Prozent weniger um. Dieser Trend ist auch bundesweit zu beobachten.
Allein im Mai lagen die Umsätze 6,2 Prozent niedriger als im Vorjahr.
Ohne die Preisaufschläge wäre das Geschäft sogar um fast zehn Prozent
geschrumpft, berichtete das Statistische Bundesamt.

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Von der Krise sind fast alle Betriebe betroffen. „Die Stammkunden
kommen seltener und konsumieren weniger, und viele Firmen sparen bei
den Geschäftsessen“, beschreibt Hartges die aktuelle Lage. „Die
unsichere wirtschaftliche Lage macht die Menschen sehr preissensibel,
sonst hätte es die Euro-Debatte in dem Umfang sicher nicht gegeben.“

Die DEHOGA-Managerin verteidigt deshalb die Gastwirte gegen den
Vorwurf, bei der Euro-Umstellung in ungerechtfertigtem Maße die
Preise erhöht zu haben. „Es ist unbestritten, dass einige Wirte
überzogen haben. Aber die meisten Gastronomen gehen fair mit ihren
Gästen um, obwohl ihnen die Kosten davonlaufen.“

Wieso sich die Preise im Gastgewerbe aber selbst bis Juli weiter
erhöht haben, kann sich Hartges nicht erklären. Im Mai und Juni
wurden rund vier Prozent mehr verlangt als vor einem Jahr. Dagegen
lag der durchschnittliche Anstieg der Verbraucherpreise bei nur einem
Prozent.

Nun setzt die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des
Verbandes auf die Erfahrungen der Urlauber im Euroland. „Viele werden
merken, dass das deutsche Hotel- und Gastgewerbe gar nicht so teuer
ist.“ Denn der Euro mache die Preise leicht vergleichbar. „Das löst
die Probleme zwar nicht, aber vielleicht fördert es das Verständnis
unserer Gäste.“ (dpa)

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