Diverses „Gefahren für das Konsumklima“

Drei Fragen an ... Daniel Terberger, Sprecher des Vorstands der Bielefelder Katag AG, einem Einkaufsverbund der Textilbranche.

impulse: Wie schätzen Sie das Konsumklima in Deutschland ein? Ist die Trendwende geschafft?

Terberger: Das Konsumklima ist heute eindeutig besser als im Vorjahr. Ich rechne es der Bundesregierung positiv an, dass sie erst mal eine Phase der Ruhe und Stabilität geschaffen hat. Allerdings würde ich nicht von einem Durchbruch ausgehen. Wir profitieren von einem vorübergehenden Treibhauseffekt, aber die Wirkung muss nicht unbedingt anhalten. Ich bezweifle, dass das Konsumklima auch bei kommenden Hürden stabil bleiben wird.

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Denken Sie dabei an die Erhöhung der Mehrwertsteuer?

Die Auswirkungen der Mehrwertsteuer­erhöhung werden meiner Meinung nach leider stark unterschätzt. Denn die Entwicklung auf dem Binnenmarkt ist ohnehin viel schwächer als beim Export, ihn hätte man eigentlich aufpäppeln müssen, anstatt ihn zu belasten. Das ist ein handwerklicher Fehler. Die Mehrwertsteuererhöhung ist ein ein­facher, aber falscher Weg.

Sehen Sie weitere Faktoren, die das Konsumklima abkühlen könnten?

Die Reformen im Gesundheitsbereich und im Rentensektor könnten für ein frostiges Konsumklima sorgen. Wenn sie gut gemacht werden, könnten sie aber auch ein Gefühl der Befreiung auslösen. Das setzt allerdings voraus, dass vorher nicht alles in endlosen Diskussionen zerredet wird.

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