Diverses Gefahrenabwehr aus dem Internet

Deutschlands Mittelständler sind gut gegen den digitalen Crash gewappnet. Das zeigen die Ergebnisse der E-Business-Studie 2008 von IBM und impulse. Doch die Sicherheit trügt.

Der Studie zufolge betreiben hundert Prozent der Firmen Datensicherung, 87 Prozent haben eine ausfallsichere Stromversorgung eingerichtet, 71 Prozent setzen Backup-Software ein und 67 Prozent speichern ihre Daten sogar doppelt.

Die Zahlen täuschen. „Viele Firmen nehmen die Sicherung der eigenen Daten nicht wirklich ernst“, stellt Michael Kittlitz von PC-Feuerwehr Computer Service GmbH immer wieder fest. Der Hamburger Unternehmer hat eine bundesweite Vor-Ort-Service-Kette an 30 Orten aufgebaut.

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Gefährlichster Risikoverursacher ist die Festplatte. Grund: Der digitale Datenspeicher ist das anfälligste Bauteil eines Computers. Mit zunehmendem Alter wird es besonders kritisch. So schnellt der Crashfaktor ab dem dritten Einsatzjahr auf knapp neun Prozent hoch, berichtet der Internet-Gigant Google. Nach der Düsseldorfer Firma PDF Computer Service-Netz geben in Deutschland mindestens 300.000 Festplatten unerwartet den Geist auf.

Datencrash durch Stromausfall

Wie schnell ein Plattendefekt für Ärger sorgt, musste die Laux Heizungsbau GmbH erfahren. Ein kurzer Stromausfall beim Netzwerkserver führte zum Datencrash, dabei wurde vom Schreib-Lesekopf die Speicherplatte zerkratzt. „Wir konnten über einen Spezialdienst die meisten Daten retten. Das war aber sehr aufwändig und hat uns einige hundert Euro gekostet,“ klagt Geschäftsführer Jens-Peter Laux. Problem der Hanseaten: Sie hatte keine zeitnahe Datensicherung eingerichtet.

Täglicher Backup wichtiger Daten ist im Notfall wichtig, schützt aber nicht vor einem Internetangriff. Mehr als die Hälfte der mittelständischen Unternehmen in Europa ist in diesem Punkt fahrlässig. Das berichtet eine Studie der Marktforscher von ICM Research. Danach haben von 600 befragten Firmen rund 58 Prozent keine Sorgen, das Ziel einer Cybercrime-Attacke zu werden. Sie meisten Betriebe gehen davon aus, dass es sich für Kriminelle nicht lohne, bei ihnen online einzubrechen.

Internetpiraten verursachen Schäden in Millionenhöhe

Das ist naiv, denn die Gefahren aus dem Internet nehmen heftig zu. Fast vier Millionen Deutsche sind schon Opfer von Computerkriminalität geworden, meldet der IT-Bundesverband Bitkom. Besonders riskant sind Virenangriffe und das Online-Banking. Internetpiraten haben bereits 19 Millionen Euro von deutschen Bankkonten geklaut, berichten die Landeskriminalämter der Bundesländer.

Drei nützliche Tipps von IT-Dienstleister EDS zu diesem Thema:

Bei Banken, Online-Shops und allen finanziellen Transaktionen auf die Webadresse „https“ (statt „http“) achten. Mit „s“ gekennzeichnet ist eine Website besonders gesichert und der Datentausch verschlüsselt, so dass nur Berechtigte die Daten lesen können.

Keine persönlichen Informationen bei Passwörtern verwenden. Grund: Sie lassen sich schnell herausfinden. Also keine Geburtsdaten, Vornamen von Ehepartner oder Kindern, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern als Passwörter verwenden.

Regelmäßig Antiviren-Programmen, Firewall-Software und Sicherheitspatches des Betriebssystems aktualisieren.

Mit der Service CERT schützt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kleine und mittelständische Unternehmen vor kriminellen Angriffen aus dem Internet. Dazu werden z.B. aktuelle Warnmeldungen an die Nutzer versandt, sobald Viren-Angriffe und Phishing-Attacken stattfinden oder Sicherheitslücken in weit verbreiteten Computersystemen bekannt werden.

Informationen unter www.bsi.de und www.mcert.de.

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