Diverses Gefährliche Nummer

Das Finanzamt schikaniert Unternehmer, die ihre Steuernummer nicht auf Rechnungen aufdrucken.

Die Finanzämter machen mobil: Sie schießen sich auf unbotmäßige Unternehmer ein. Denn mehr als jeder zweite Firmenchef verweigert die neuerdings im Umsatzsteuergesetz verlangte Angabe der Steuernummer auf allen Rechnungen. Das zeigt eine Untersuchung des Bundes der Steuerzahler. Bislang war der Ungehorsam ohne Risiko. Ein Schreiben von Bundesfinanzminister Hans Eichel stellt ausdrücklich klar, dass eine fehlende Steuernummer die Finanzbeamten keinesfalls dazu ermächtigt, den Vorsteuerabzug aus einer Rechnung zu streichen (Aktenzeichen IV B 7 – S 7280 – 151/02).

Für die Oberfinanzdirektion Koblenz ist das freilich kein Grund, auf die Angabe der Steuernummer zu verzichten. Wer sich weigert, seine Ausgangsrechnungen mit der Nummer zu versehen, bekommt Ärger (Aktenzeichen S 7280 A – St 44 S). Entweder drohen die Beamten mit Zwangsgeld von bis zu 25000 Euro. Oder sie schikanieren den Rechnungsempfänger. Indem sie einfach die Vorsteuer so lange nicht verrechnen, bis sie geklärt haben, ob der Lieferant oder Handwerker tatsächlich Unternehmer ist. Und das kann dauern. Perfide ist: Gegen eine solche Praxis der Finanzämter ist man praktisch machtlos.

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Wer den Streit mit dem Finanzamt scheut, verlangt von seinen Geschäftspartnern Rechnungen mit der Steuernummer. Die muss freilich nicht fest aufgedruckt sein. Clevere benutzen einen Stempel. Damit bringen sie ihre sensible Nummer nur auf die Formulare, die an Firmen gehen, die darauf bestehen müssen.

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