Diverses Gehöriges Maß Patriotismus

Einer der herausragenden deutschen Unternehmer feiert das 60-jährige Bestehen seines Konzerns. Anlass für impulse, mit Reinhold Würth über Globalisierung und Loyalität zu sprechen.

impulse: Wer im Ausland expandiert, wird neuerdings gerne als unpatriotisch beschimpft. Lassen Sie das gelten, Herr Würth?

Würth: Ich halte das für ein Unding. Viele Produktionsbetriebe mit hohem Lohnkostenanteil müssen verlagern, um zu überleben. Übrigens nicht etwa nach Prag, denn da ist es schon wieder viel zu teuer, sondern etwa in die Ukraine oder nach China.

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Die Würth-Gruppe betreibt im Wesentlichen Handel …

… ja, wir liefern unser Befestigungsmaterial über regionale Außendienstler in die ganze Welt. Da können wir in der Tat die deutschen Verkäufer schlecht nach Bratislava verlegen. Aber: Die entscheidende Weichenstellung vom kleinen Schraubenhandel zum Milliardenkonzern war unsere erste Auslandsvertretung, 1962 in Holland. Heute sind wir in über 80 Ländern vertreten, machen 60 Prozent vom Umsatz im Ausland – und 80 Prozent des Gewinns.

Hatten Sie denn in Deutschland je das Gefühl, als Unternehmer vom Staat behindert zu werden?

Nein. Ich halte es da mit dem früheren Bosch-Chef Hans Merkle. Als Willy Brandt Kanzler wurde, gab es in der Wirtschaft großes Theater, der Sozialismus kommt, hieß es. Doch Merkle hat gesagt: Wenn sich eine Investition lohnt, dann interessiert mich überhaupt nicht, was für eine Regierung wir haben.

Sie betreiben eine Einkaufsgesellschaft im Hochlohnland Schweiz. Warum?

Die Mitarbeiter dort arbeiten noch ihre 40 Stunden pro Woche und erhalten weniger Urlaub. Zudem sind die Sozialkosten deutlich niedriger als hier. Außerdem sitzt in Zürich seit Jahrzehnten die Würth-Finanz, die Cash-Pooling, Leasing und Factoring organisiert …

… aber doch nicht wegen der Arbeitszeit und der Lohnkosten?

Nein, sondern weil die Erträge dort von jeher weniger als 30 Prozent Steuern kosten. In Deutschland waren das mal 56 Prozent, plus Gewerbesteuer.

Das vollständige Interview können Sie in der impulse-Ausgabe 06/2005, Seite 66, nachlesen.

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