Diverses Gekonnt servieren

Wein ist ein edles Produkt und verdient es, stilvoll serviert zu werden. Denn: Gekonntes Servieren unterstützt die Entfaltung aller Qualitäten des Weins. Entscheidend ist natürlich die richtige Temperatur. Aber noch viele weitere Faktoren spielen eine wichtige Rolle. impulse hat für Sie die wichtigsten Tipps zum perfekten Weingenuss zusammengestellt.

Flasche auf und fertig? So einfach ist das nicht. Bevor ein Wein ins Glas gelangt, sollte er zunächst dekantiert werden. Das bedeutet, den Wein vor Genuss in ein spezielles Gefäß umzufüllen. Dekantiergefäße sind so gebaut, dass die Weinoberfläche viel Kontakt mit der Luft hat.

Als Faustregel gilt: Je älter ein Wein ist, desto kürzer sollte er dekantiert werden – sonst besteht die Gefahr, dass er „umkippt“ und nicht mehr genießbar ist. Bei jungen Weinen dagegen darf die Dekantierzeit zwischen einer Stunde und einem Tag liegen. Wie lange genau, richtet sich nach dem Alter und der Rebsorte – aber auch danach, innerhalb welcher Zeit der Wein getrunken wird.

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Der Grund für das Dekantieren alter Weine besteht darin, das Depot, auch Weinstein genannt, in der Flasche zu lassen. Bei diesen Kristallen handelt es sich um Ausfällungen von Gerbstoffen, die zwar den Geschmack des Weines nicht beeinträchtigen, selbst aber meist nicht schmecken. Damit das Depot auf den Boden absacken kann, sollte der Wein schon einige Tage vorher senkrecht hingestellt werden.

Bei jungen Weinen sorgt das Dekantieren dafür, dass sich das Bouquet richtig entfalten kann. Positiver Nebeneffekt: Falls Gerbstoffe vorhanden sind, werden sie reduziert und der Wein gewinnt an Lieblichkeit.

Temperatur

Werden Rotweine zu warm serviert, können sie dadurch müde und schwer wirken. Auch Weiß- und Roséweine sollten rechtzeitig auf die richtige Trinktemperatur gekühlt werden. Vorsicht: Weißwein sollte niemals im Gefrierschrank auf die Schnelle gekühlt werden, denn nichts schadet dem Wein so sehr wie Radikalkuren zur Herstellung der optimalen Trinktemperatur.

Empfehlungen zur idealen Trinktemperatur, wie sie häufig auf den Rückenetiketten der Flaschen stehen, gelten immer für den Wein im Glas. Auch im privaten Bereich ist es wichtig, einen Sekt- und Weinkühler zu benutzen, um richtig temperierten Wein nachzuschenken. Denn verweilt der Wein länger im Glas, steigt die Temperatur.

Dekantieren

Zum Öffnen gehört die Weinflasche auf eine feste Unterlage. Die so genannte Kapsel, die den Flaschenhals umschließt, wird am besten vorsichtig mit einem Kapselschneider entfernt, damit das Depot in der Flasche nicht aufgewirbelt wird.

Das einfachste Hilfsmittel zum Dekantieren ist ein Trichter mit einem feinen Sieb im Ausfluss, damit das Depot hängen bleibt. Es macht Sinn, vor einer Kerze zu dekantieren, denn dadurch wird der Flaschenhals erleucht und anzeigt, wann das Depot ausfließt. In diesem Moment wird der Dekantiervorgang gestoppt – und der Bodensatz bleibt in der Flasche. Wichtig dabei: eine ruhige Hand. Mit Hilfe eines Dekantierkorbs fällt das Ausgießen leichter.

Servieren

Um das Aroma des Weines nicht zu zerstören, ist die richtige Reihenfolge notwendig. Ein herber Wein schmeckt beispielsweise vor einem lieblichen Wein besser als umgekehrt und ein Weißwein besser vor einem Rotwein. Wird die Einhaltung der Reihenfolge nicht beachtet, kann das eine Verfälschung der Aromen zur Folge haben.

Für den richtigen Weingenuss ist das passende Weinglas unentbehrlich, denn damit lässt sich der individuelle Charakter eines edlen Tropfens zusätzlich unterstreichen. Das typische Weißweinglas hat einen leicht nach innen gewölbten Rand, wodurch das Aroma verstärkt wird. Rotweingläser sind wegen des stärkeren Bouquets größer als Weißweingläser. Gute Weingläser sind immer farblos, da nur so die Farbe und die Klarheit eines Weines richtig beurteilt werden kann. Ein langer Stiel ist ebenfalls wichtig, da Wein sich erwärmt, wenn man das Glas statt den Stiel umfasst.

Das Einschenken erfolgt von rechts, ohne dass der Flaschenhals das Glas dabei berührt. Dabei sollte der Wein am Glasrand entlanglaufen. Ideal ist es, ein Weinglas maximal bis zu seiner breitesten Stelle zu füllen, da sich das Bouquet so am besten entfalten kann.

Wer diese Regeln beachtet, beeindruckt seine Gäste nicht nur durch ein gekonntes Auftreten, sondern gibt guten Weinen auch den Rahmen, den sie verdienen.

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