Diverses Gesamtmetall: 35-Stunden-Woche im Osten »unbezahlbar«

Heiße Wochen im Winter: Vor den in der nächsten Woche startenden Metall-Tarifverhandlungen in den neuen Ländern haben die Arbeitgeber die Gewerkschaftsforderungen scharf zurückgewiesen.

»Betriebswirtschaftlich unbezahlbar und beschäftigungspolitisch unsinnig«: Mit deutlichen Worten hat Martin Kannegiesser, Chef des Arbeigeberverbands Gesamtmetall, heute die Einführung der 35-Stunden-Woche im Osten abgelehnt. Genau das ist das Ziel der IG Metall für die in der kommenden Woche beginnenden Tarifverhandlungen in Berlin-Brandenburg und Sachsen.

Sollte sich die Gewerkschaft durchsetzen, steigen die Kosten für die Metall- und Elektrobetriebe im Osten um etwa 8,6 Prozent. Das träfe gerade mittelständische Unternehmen, die ihren »letzten echten Kostenvorteil« verlieren würden, sagte Kannegiesser. »Wenn wir die wirtschaftliche Kluft in Deutschland nicht noch weiter vertiefen wollen, dann brauchen wir noch für lange Zeit den Unterschied bei der Arbeitszeitdauer.«

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Der Gesamtmetall-Präsident verwies darauf, dass die Tarifkosten pro ostdeutschem Arbeitnehmer bereits heute bei ungefähr 99 Prozent des Westniveaus lägen, der Umsatz indes nur bei 65 Prozent. »Man kann eine Angleichung nicht herbei kommandieren, sie muss sich aus der wirtschaftlichen Leistungskraft herausbilden«, so der Unternehmer.

Für Gesamtdeutschland erwartet der Verband in diesem Jahr einen Anstieg der Produktion um etwa zwei Prozent, was im Jahresverlauf eine deutliche Wachstumsverlangsamung bedeuten würde. Das könnte rund 70.000 der insgesamt 3,5 Millionen Arbeitsplätze in der Branche kosten. Im vergangenen Jahr war nach Angaben von Gesamtmetall die Produktion trotz einer Beschleunigung im Jahresverlauf um insgesamt 2,5 Prozent gesunken.

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