Diverses Geschwärzte Zahlen

Private Eigentümer von Miet- und Ferienwohnungen müssen völlig neu rechnen. Denn schon für 2004 wollen sich die Finanzämter nachweisen lassen, dass sich die Immobilien tatsächlich rentieren. So lautet die Quintessenz einer Anweisung aus dem Eichel-Ministerium (Aktenzeichen IV C 3 – S 2253 – 91/04) an die Beamten vor Ort. Sie sollen nun endlich umsetzen, was der Bundesfinanzhof längst verlangt.

Besonders brisant sind die neuen Vorschriften für Immobilieneigner, die an Familienangehörige oder Feriengäste vermieten. Oder Mietverträge
auf Zeit schließen, etwa mit den eigenen Kindern. Klar ist: Nur wer mit seinen Wohnungen auf Dauer Gewinn erzielen will, kann die Kosten
bei der Steuer abziehen.

Genau hier setzen die Finanzbeamten jetzt an. Bewaffnet mit dem aktuellen Erlass aus Berlin nehmen sie Verträge, Einnahmen und Ausgaben unter die Lupe. Auf diese Weise wollen sie Investoren
aufspüren, denen es weniger um Mieteinnahmen als um Steuer sparende Verluste geht.

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„Viele Vermieter werden schon bei der Steuererklärung für 2004 mit lästigen Fragen
rechnen müssen“, befürchtet der Dorstener Steuerberater Ingo Stoffel.

Bisher gingen die Finanzbehörden von 100 Jahren Nutzungsdauer aus und dass man mit Immobilien
über diesen Zeitraum zwangsläufig schwarze Zahlen schreibt. Dies war die Grundlage für ein Super-Sparmodell: Wer an Kinder, Enkel oder Eltern
vermietete, gab den Angehörigen einen
fetten Mietrabatt.

Völlig legal, denn das Gesetz erlaubte Preisnachlässe bis zu 50 Prozent auf die ortsübliche Miete. Zugleich hielten sich die
Vermieter beim Finanzamt schadlos, da es Abschreibungen, Darlehenszinsen und Reparaturkosten voll als Werbungskosten akzeptierte. Das bescherte viele Jahre rote Zahlen, die der Vermieter Steuer sparend mit anderen Einkünften verrechnete. Berater
Stoffel: „Unterm Strich ein feines Geschäft
für die ganze Familie.“

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 02/2005, Seite 106, nachlesen.

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